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Ein Altarm entsteht

Foto: Gemeinde Offenau

Inmitten der noch winterkargen Natur beeindruckt im April die in den Offenauer Neckarwiesen begonnene Ausgleichsmaßnahme Betrachter aus Bad Wimpfen durch ihre fast vier Fußballfelder große Fläche.

Foto: Michael Endres/ViaA6West

Schon richtig Profil mit tiefer und höher liegenden Bereichen für die den Altarm umgebende Tümpellandschaft zeigt die Ausgleichsmaßnahme im Mai. 

Foto: Michael Endres/ViA6West

Die ersten Frösche sind in der Tümpellandschaft in den Offenauer Neckarwiesen schon längst eingezogen. Ab Ende Juli sollen zusätzliche Steine für noch mehr Aufenthaltsqualität in dem rund vier Hektar großen Biotop. Sie sollen die Fließgeschwindigkeit im neu angelegten Neckaraltarm verringern.

Ein Altarm als Ausgleich für die Autobahn – wann, weshalb und wie?

Foto: Michael Endres/ViaA6West

Auf einer Fläche von vier Hektar entsteht noch bis zum Spätjahr 2019 in den Offenauer Neckarwiesen ein Neckaraltarm. Das buchstäblich groß angelegte Projekt ist eine Ausgleichsmaßnahme für den Ersatzneubau der Autobahnbrücke bei Heilbronn im Rahmen des parallel stattfinden Ausbaus der A 6 zwischen Wiesloch/Rauenberg und dem Weinsberger Kreuz. Autobahnausbau und Ausgleichsmaßnahme koordiniert die private Projektgesellschaft und Autobahnbetreiberin ViA6West.

Wo?
südlich der Gemeinde Offenau und etwas unterhalb des gegenüberliegenden Wahrzeichens „Blauer Turm“ von Bad Wimpfen

Was?
Herstellung eines Seitengewässers mit beidseitigem Neckaranschluss (sog. Altarm) mit teilweiser Tieferlegung des Neckarvorlandes, umgeben von einer mehr als 3,3 Hektar großen Anpflanzfläche

Wozu?
Schaffung eines Refugiums für die Tier- und Pflanzenwelt des Neckartals mit dem Ziel einer naturschutzfachlichen Aufwertung der Neckaraue

Warum?

Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in die Natur durch Baumaßnahmen nach dem Bundesnaturschutzgesetz

Wie?

Im ersten Schritt erfolgt die Absenkung der Uferböschung um rund eineinhalb Meter mit Bagger und Planierraupen sowie die Herstellung des Seitengewässers und von zwei unterschiedlich tiefen Uferbuchten mit Totholz, Lahnungen (Uferschutz) und Störsteinen für den Wellenbruch. Wasserbausteine aus Muschelkalk helfen beim Anlegen kleiner Seen, Tümpel und Rinnsale im Bereich der flachen Uferbucht. Ansaat und Bepflanzung bestimmen Schritt Nr. 2. Totholzstücke und Wurzelstuppen unter Wasser, die zum Teil von Tauchern eingebracht werden, sollen Jungfischen als Kinderstube dienen.

Welche Pflanzen?
Anpflanzung echter Neckarschwarzpappeln, insgesamt 331 Feldhecken (beliebt bei der neckarbrütenden Goldammer), 1503 verschiedene Ufergehölze (auch Schilfröhricht als neuer Lebensraum für z.B. Teichrohrsänger und Blässralle), 1430 Pflanzen für die 1121 Quadratmeter große Schilffläche, dazu Aussaat von Gräsern und Kräutern; das Saatgut stammt aus der Region süddeutsches Berg- und Hügelland

eingestellt: 29.5.2019