Offenau am Limit
„Kommunen am Limit“ hieß der gemeinsam von Deutschem Städtetag, Deutschem Landkreistag und Deutschem Städte- und Gemeindebund im gesamten Bundesgebiert ausgerufene Aktionstag am 22. Juni. Kamerasucher am Limit hätte der Titel des Offenauer Beitrags heißen können: Über 40 Personen folgen dem Aufruf der Rathausverwaltung zu einem abendlichen Fototermin vor dem Rathaus, um ihrem Protest gegen die dramatische Situation der kommunalen Finanzen ein Gesicht zu geben.
Offenaus Erster Stellvertretender Bürgermeister Jürgen Kowol freut sich sichtlich über die große Resonanz an diesem brütend heißen Juniabend. „Vielen Dank, dass so viele gekommen sind zu diesem Aktionstag.“ Es zeige, dass das Thema bewege.
Erhöhung der Grundsteuer B, Schließung der Krippengruppe in der kommunalen Kita Arche Noah, einen Öffnungstag weniger in der Gemeindebücherei, aufgeschobene Straßen- und Gebäudesanierungen und Einführung einer Grundsteuer C erinnert Kowol an einige der empfindlichen Einsparentscheidungen, die der Gemeinderat in diesem Jahr „auf dem Rücken der Bürger“ ausgetragen habe.“ In „keinster Weise“ habe man diese leicht getroffen, stellt der Bürgermeisterstellvertreter klar, sie seien jedoch „alternativlos“ gewesen: „In Offenau ist es fünf nach zwölf“.
Mit einem Banner im schwarz-gelben Corporate Design des bundesweiten Aktionstags und dem großen Schriftzug „Kommunen am Limit“ sowie Plakaten zu den getroffenen Sparentscheidungen von B wie Bücherei über K wie Kinderbetreuung bis S wie Spielplatzsanierung und Stellenabbau in Kita und Bücherei geben die zum Fototermin erschienen Mitglieder von Gemeinderat und Freiwilliger Feuerwehr, Vereinsvertreter, aber auch die zahlreichen Offenauerinnen und Offenauer, die ohne eine bestimmte Ehrenamtsfunktion im Gemeindeleben auszuüben, vor das Rathaus gekommen sind, ihrem Protest Ausdruck.
Die Plakate sollen in den Gebäuden der Gemeinde wie im Rathaus und im Kulturforum Saline aufgehängt werden. Das Banner hängt nun am Geländer des Kreisverkehrs vor dem Rathaus, deutlich sichtbar für jeden der rund 15.000 Fahrzeuglenker, die jeden Tag auf der B 27 durch den Ort fahren.
Mit der Teilnahme am bundesweiten Aktionstag möchte Offenau deutlich machen, dass es die angespannte finanzielle Lage nicht stillschweigend hinnimmt. Vielmehr ist es das Ziel, Bund und Land dazu zu bewegen, die Kommunen nicht nur mit Aufgaben auszustatten, sondern auch mit dem dafür benötigten Geld. (her)
INFO: Weitere Informationen über den bundesweiten Aktionstag der kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städtetag gibt es über die gleichnamige Internetseite




