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20.01.2017

Im Dienst des Winters

Kategorie: Aktuelles

Darf‘s ein bisschen mehr sein? In der Regel programmiert das Offenauer Bauhofteam seine Streumaschine auf 12,5 Gramm Streusalz pro Quadratmeter Straße. (Foto: Gemeinde Offenau)

Auch wenn kein Schnee liegt, bestimmt die kalte Jahreszeit die Aufgaben des Bauhofteams

Minus zehn Grad, trockene Straße, rosarote Sonnenstrahlen, keine Schneewolke am Horizont. Die mächtige orangefarbene Wanne mit der weiß-schwarzen Aufschrift „Winterdienst“ auf der Rückseite zieht Offenaus Bauhofleiter Rainer Beer an diesem Freitagmorgen trotzdem auf den großen Rexter-Lkw. „Vor einem Wochenende bereiten wir das Fahrzeug grundsätzlich so vor, dass man streuen kann, wenn es notwendig werden sollte.“

Für die bevorstehende Nacht auf Samstag haben die Meteorologen zwar keine Niederschläge auf dem Schirm. Das Team des Offenauer Bauhofs hat das Wetter auf jeden Fall auch selbst im Blick.

Vom 1. November bis zum 31. März bestimmt der Winter ihren Dienstplan. „Um vier und sechs Uhr morgens sowie um 12 und um 18 Uhr müssen wir Witterung, Straßenzustand und Temperatur festhalten“, erläutert Beer. „Bei Bedarf müssen wir auch in der Nacht aufstehen und nachschauen.“ Jeweils eine Woche lang ist einer der vier Offenauer Bauhofmitarbeiter zuständig fürs Schneeräumen und Streuen. Ein Kollege steht auf Abruf bereit, wenn die weiße Pracht zu viel sein sollte.

Ab vier Uhr morgens sitzt der Winterdienstler dann am Steuer des großen Bauhoflkw mit dem breiten Schneeschild und den beiden rot-weißen Fähnlein an den Ecken. Per Schaltkasten im Führerhaus lassen sich Räumbreite und die Menge an Streusalz bestimmen, die aus der großen Wanne auf der Ladefläche auf die Straße rieseln. „In der Regel nehmen wir zwischen 12,5 und 15 Gramm pro Quadratmeter, doch es ist natürlich abhängig von dem Wetter, das gerade herrscht“, erzählt Beer. „Bei einer Temperatur von Null Grad brauche ich nicht soviel. Bei Minus zehn reichen die 15 nicht.“ Bis auf 40 Gramm können er und seine Kollegen die Streumenge erhöhen. Doch die haben sie noch nie gebraucht.

Zuerst wird die Bundesstraße geräumt. Welche Straßen danach an der Reihe sind, bestimmt der Räum- und Streuplan der Gemeinde, über den der Gemeinderat wacht. Orange markiert sind darin alle Straßen, die für den Verkehr in der Gemeinde eine wichtige Rolle spielen und bei Schnee und Eis ihre Tücken haben. Grün hervor gehoben sind Fußwege und Bushaltestellen. Um sie sauber zu machen, muss der für den Winterdienst zuständige Bauhofmitarbeiter das Fahrzeug wechseln und auf den kleinen Holder mit Knicklenkung und anmontiertem Salzstreuer umsteigen.

Müssen Straßen und Wege nur gestreut werden, dauert der Winterdienst zwei Stunden. Liegt Schnee, gehen allein dafür zwei bis drei Stunden drauf. Nachschub an Streumitteln muss der große Rexter während dieser Zeit nicht an Bord nehmen, die große Wanne auf seiner Ladefläche fasst eine Tonne. „Das reicht für drei bis vier Durchgänge“, sagt Beer. Ihre Streusalztankstelle haben die Fahrzeuge des Offenauer Bauhofs auf dem Gelände der Kläranlage. 30 Kubikmeter passen in das hochaufragende grün-graue Silo, Material für mehrere Winter.

Bis 19 Uhr dauert ein Winterdienstzyklus, um vier Uhr geht bei Bedarf der nächste los. Verschnaufpause für die Sinne und Gelenke. „Trotz Servolenkung tun einem, wenn man das Schneeschild vorn am Fahrzeug hat, die Arme weh“, verrät Offenaus Bauhofchef Rainer Beer. mit einem Schmunzeln (her)