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21.10.2014

Wenn die Kreativität richtig auf die Tube drückt

Kategorie: Aktuelles
Von: Redaktion

Den Herbst will Ayten Bagci auf ihre Leinwand bringen. Dozentin Heide Weber hat beim 4. Offenauer Integrationscafé die nötigen Tipps fürs gute Geleingen parat. (Foto: Gemeinde Offenau)

Für das 4. Offenauer Integrationscafé verwandelte die Gemeinde ihr Kulturforum Saline in ein Malatelier. Den Pinsel führte den Teilnehmerinnen bei ihren Ausflügen in die bunte Welt der Acrylbilder und Aquarelle die frei schaffende Künstlerin Heide Weber.

Das honiggelbe Parkett im Kulturforum Saline bedeckt an diesem Dienstagmorgen eine dicke graue Decke. Eine straff gespannte Schutzfolie überzieht die Tische, und darauf stehen und liegen allerhand allerhand Pinsel, bunte Kunstdrucke und ebensolche Fläschlein.

„Titanenweiß“ steht auf einem drauf. Ist das Malen also eine Herkulesaufgabe? Die frei schaffende Malerin Heide Weber lacht. „Falsch machen kann man nichts.“ Trotzdem lässt sie ihre kleine Schar an Teilnehmerinnen beim 4. Offenauer Integrationscafé nicht einfach so einfach drauf los malen. „Aquarelle sind am schwierigsten“, verblüfft sie ihre aufmerksam lauschenden Zuhörerinnen, „weil man keine weiße Farbe zusätzlich verwenden darf. Weiß ist beim Aquarell nur das Blatt.“

Seit September 2013 öffnet die Gemeinde zweimal im Jahr die Türen ihres Offenauer Integrationscafés, mit dem sie besonders Frauen ansprechen möchte. So richtig bunt soll das Zusammenleben in der Neckargemeinde sein. „Und deshalb haben wir uns entschieden, nach einem gemütlichen Frühstück, einer türkischen Kochstunde und Adventsbasteleien bei der vierten Ausgabe einen Malkurs anzubieten“, sagt Hauptamtsleiterin und Initiatorin Sonja Schumm.

Mit Heide Weber, die regelmäßig an der Volkshochschule unterrichtet, hat die Gemeinde eine ideale Partnerin gefunden. Für das Offenauer Integrationscafé hat die Wahluntereisesheimerin einen ihrer Kurse einer Kollegin übergeben. „Ich mag die verschiedenen Kulturen, und man lernt ja auch selber.“
An diesem Dienstagmorgen lehrt aber zunächst die resolute Künstlerin. Die Monotypie zum Beispiel. „Das ist eine Druckgrafik“, erläutert Weber. Statt einer Glasplatte als Unterlage lässt sich dafür auch eine dickere Plastikfolie verwenden. Einfach Farbe drauf, mit einem Stück Papier abdecken, „und dann hin und her rutschen“, sagt Weber und bewegt mit flinken Fingern das Papier auf dem Plastik von rechts nach links, „das gibt interessante Effekte.“

Denn merke: „Wenn man etwas Bestimmtes will, kommt das beim Drucken meistens nicht heraus.“ Teilnehmerin Ayten Bagci will auch gar nichts Bestimmtes. „Ich hab‘ keine Erfahrung, aber ich schau‘s mir gern an“, sagt die Offenauerin, die zu den Stammgästen im Integrationscafé gehört. Bei der vorangegangenen Ausgabe, der Kochstunde, hat sie den Kochlöffel geschwungen und die anderen Teilnehmerinnen in die Geheimnisse der türkischen Küche eingeweiht.

Dieses Mal schlüpft sie in die Rolle der Schülerin. Die Acrylfarbe hat es der jungen Frau angetan, und die in sattem Rot und Orange leuchtenden Uferbäume am Neckar. Für Bagci ist deshalb klar: „Ich bringe den Herbst auf die Leinwand.“

Silvia Brantsch ist ebenfalls von Anfang beim Integrationscafé mit dabei, und auch gemalt hat die zierliche Offenauerin schon. Der Druckgrafik gilt deshalb ihr Interesse. Und weil ihre von fröhlichen roten, schwarzen, gelben und blauen Schlieren überzogene Leinwand im zu Ende gehenden Fußball-Weltmeisterschaftsjahr vage an die Flagge von Südafrika erinnert, witzelt Brasch. „Und die Blauen sind die Franzosen.“

Rot beherrscht hingegen das Gemälde von Christina Hefele. Die Blüten des Klatschmohns hat sie ebenfalls mit der Technik der Druckgrafik erreicht. Nach drei Stunden malen, mischen und drucken, nimmt sie „ein schönes Bild“ aus dem Integrationscafé mit nach Hause“, und das Wissen: „Es ist schön, dass so etwas angeboten wird.“ (her)

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