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7.05.2015

Weg frei für Offenauer Abwasser

Kategorie: Aktuelles

Unter Dach und Fach haben die Offenauer Planung und Finanzierung für den Anschluss an den Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal. Im Rahmen einer kleinen FEierstunde im Kulturforum Saline wurde der Förderbescheid des Umweltministerium über 2,84 Millionen Euro heute Morgen übergeben. (Foto: Franz Rittenauer)

Gemeinde erhält Förderbescheid über 2,84 Millionen Euro für den Beitritt zum Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal – Ab Januar sorgt die Verbandskläranlage in Neckarsulm für klare Verhältnisse beim Offenauer Schmutzwasser

„Lasset uns singen, tanzen und springen“ bringen die Kinder des Offenauer Grundschulchors zum Auftakt der feierlichen Veranstaltung heute Morgen auf der Bühne im Kulturforum Saline die fröhliche Frühlingsweise vom Kuckuck zu Gehör. Dieser Aufforderung würden die Gäste aus der Bevölkerung, dem Gemeinderat und dem Rathaus, die unten im Saal sitzen, auch gern nachkommen: stolze 2,84 Millionen Euro bekommt die Gemeinde vom Land Baden-Württemberg für den Bau der Abwasserdruckleitung und Umbau der gemeindeeigenen Kläranlage als Voraussetzung für ihren Anschluss an den Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal (AZV) in Neckarsulm. „Das ist eine der größten Fördersummen, die wir in diesem Jahr in diesem Bereich vergeben“, berichtet Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft bei der feierlichen Übergabe des Förderbescheids.

Maximum Rund 3,5 Millionen Euro kosten die Abwasserdruckleitung und die Umbauarbeiten auf dem Gelände der Offenauer Kläranlage. Die 2,84 Millionen Euro decken damit fast 80 Prozent der Baukosten, das ist der maximal mögliche Fördersatz im Abwasserbereich und eine große Erleichterung für die angespannten Offenauer Finanzen. „Wir brauchen das Geld dringend“, freut sich Bürgermeister Michael Folk, zumal die verbleibenden 20 Prozent der Baukosten immernoch selbst gestemmt werden müssen.

Gebührensprung Einiges hatte die Gemeinde in der Vergangenheit unternommen, um ihre im Jahr 1963 gebaute Kläranlage zu erhalten. Um Personalkosten zu sparen, hatte die Heilbronner Versorgungsgesellschaft vor fünfzehn Jahren die Betriebsführung der Anlage am Ortsausgang Richtung Gundelsheim übernommen. Auch modernisiert haben die Offenauer immer wieder, die Abwassergebühren schwankten dennoch „unheimlich“, erinnert sich Folk. „Wenn wir jetzt nicht reagiert hätten, hätten wir wahrscheinlich am Ende die Spitze der Gebühren im Landkreis Heilbronn erreicht.

Modernisieren oder sich einem interkommunalen Abwasserzweckverband anschließen? Das bevorstehende Auslaufen der Betriebserlaubnis für die Offenauer Kläranlage im Jahr 2016 und ein Strukturgutachten beantworteten den Offenauer Gemeinderatsvertretern die Frage Anfang 2014 endgültig: Der Anschluss an eine Gemeinschaftskläranlage ist die wirtschaftlichere Lösung.

Interkommunal Thorsten Morhaus, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal freut sich über die Offenauer Entscheidung, dem AZV beizutreten. „Das ist auch eine Wertschätzung unserer Arbeit über die Verbandsgrenzen hinweg.“ Das informelle Okay zu einem Offenauer Beitritt hat die Verbandsversammlung schon länger gefasst, die formelle Abstimmung, damit die Neckargemeinde ab dem 1. Januar 2016 die kleinste Mitgliedsgemeinde im AZV sein kann, steht bevor.

Geht alles nach Plan, könnte das Offenauer Abwasser dann schon in die große, für 200.000 Einwohnerwerte ausgelegte Gemeinschaftskläranlage in Neckarsulm fließen. „Das Landratsamt hat eine vorzeitige Baufreigabe erteilt“, berichtet Geschäftsführer Simon Schuster vom planenden Ingenieurbüro Willaredt. In zwei Wochen sollen die Bagger für die Abwasserdruckleitung anrollen.

Frist Elf Monate haben die Baufirmen Zeit für den Bau der dreieinhalb Kilometer langen Druckleitung, die von Offenau nach Bad Friedrichshall-Jagstfeld reicht und für die Arbeiten auf dem Kläranlagengelände. Der Förderbescheid duldet auch keine Trödelei: Bis Oktober muss Offenau seine 2,84 Millionen abrufen, sonst verfallen sie.

 

Offenaus Weg in den AZV
3,6 Kilometer lang verläuft die neue Abwasserdruckleitung vom Offenauer Kläranlagengelände am Ortsausgang Richtung Gundelsheim bis zum nächsten möglichen Anschlusspunkt an das Kanalnetz des AZV. Wo es möglich ist, liegt die Leitung unter dem Bankett des Rad- und Fußwegs, der sich durch die Neckarwiesen schlängelt. Mit der B 27 und der Jagst hat sie zwei Hindernisse zu überwinden, die Bundesstraße muss sie gleich zweimal unterqueren. Der Durchbruch durch den Hochwasserdamm erfolgt dann im nächsten Bauabschnitt ab August. Dann rollen die Bagger auch auf das Gelände der Kläranalge. Hier entsteht ein neues Pumpwerk, die drei Klärbecken werden zurückgebaut und verfüllt bis spätestens März 2016. Die Feierlaune für das Kornlupferfest trüben die Bauarbeiten nicht. Das Fest wurde bei der Ausschreibung für die Druckleitung berücksichtigt, die Bagger setzen ihre Schaufeln für die Druckleitung erst danach am Festplatz am Neckarufer an.