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11.06.2015

Unterschriften gegen Ansiedelung eines Logistikers übergeben

Kategorie: Aktuelles

Die rotweiße Mappe mit den 1183 Unterschriften, die Initiatorin Sonja Zorko-Sachs (3.v.l.) Bürgermeister Michael Folk (4. v.r.)und den Mitgliedern des Offenauer Gemeinderats überreicht, ist ein Faktor bei der Entscheidungsfindung in der Ratssitzung am 7. Juli. (Foto: Gemeinde Offenau)

Die Anfrage der bereits in Offenau ansässigen DHL Automotive Supply Chain nach einer Erweiterung mobilisiert die Einwohner der Neckargemeinde: 1183 Unterschriften haben sie gegen das Bauvorhaben im noch zu entwickelnden Gewerbegebiet Reiteläcker gesammelt. Die Liste bekam Bürgermeister Michael Folk heute Nachmittag im Beisein von mehreren Mitgliedern des Offenauer Gemeinderats durch die Initiatorin Sonja Zorko-Sachs im Rathaus überreicht.

Beinahe zwei Fingerbreit dick ist die borderauxrote Mappe mit den gesammelten Unterschriften. Sie bündelt 131 Blätter mit je zehn Feldern für Unterschriften. Nicht alle sind ausgefüllt, aber von 1183 Stück stammen 938 von Offenauer Bürgern. „Bei 2092 Wahlberechtigten sind das 44,8%“, erläutert Zorko-Sachs bei der Übergabe.

Über ein Dutzend davon haben sie und ihren Mann spontan ins Rathaus begleitet, die Tageszeitung Heilbronner Stimme ist da und ein Redakteur des SWR aus Heilbronn. Bürgermeister Michael Folk freut sich darüber. „Sie demonstrieren damit, dass das Thema ein Allgemeinanliegen der Gemeinde ist. Das ist ein gewichtiger Anteil an öffentlicher Beteiligung.“

Abwägung Die Unterschriften fließen nun ein in die Bewertung des Gemeinderats. Bis zum 12. Juni liegt der Bebauungsplan für die Reiteläcker, in denen die DHL-Erweiterung entstehen könnte, noch öffentlich im Rathaus aus, bis zum 12. Juni läuft die Frist für die Einwendungen aus der Bürgerschaft. Auch die Träger öffentlicher Belange werden parallel befragt. Am 7. Juli steht die Entscheidung über die Bauanfrage des Logistikunternehmens auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

Erklärung Bürgermeister Michael Folk kündigt allerdings bereits für die nächste Sitzung der Bürgervertreter am kommenden Dienstag, 16. Juni, neue Informationen für den Entscheidungsfindungsprozess an. „Ich hatte den Eindruck, dass es bei der Bürgerinformationsveranstaltung am 19. Mai im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung ein Missverständnis gab, was die Zahl der Lkw angeht, die in das neue Gebiet fahren“, berichtet Folk. Sind es 85 Lkw oder 85 Lkw-Fahrten? Er habe diese Zahlen deshalb nachgefragt. „Diese Woche hat die DHL neue Zahlen vorgelegt, und diese neuen Zahlen nehme ich zum Anlass, gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung eine Erklärung abzugeben.“

Bis dahin bittet der Vorsitzende des Offenauer Gemeinderats um Geduld. „Haben Sie Vertrauen, dass der Gemeinderat seine Arbeit richtig macht.“

Gewerbeentwicklung Ausdrücklich bedankt er sich für die Fairness, mit der das Ehepaar Zorko seine eigens für die Diskussion um die DHL-Erweiterung geschaffene Website „Lebenswertes Offenau“ gestaltet hat. Offenaus Schultes ist es aber deshalb auch wichtig festzuhalten, dass die Diskussion um die Entwicklung des Baugebiets Reiteläcker nicht allein mit der Bauvoranfrage des Logistikers und den damit erwarteten Verkehrszahlen zusammenhängt, die für viele Emotionen in der Gemeinde sorgen. „Bei einer Gemarkungsgröße von 595 Hektar können wir nicht viele Wohngebiet entwickeln, Einnahmen über den Einkommensteueranteil sind begrenzt. Wir müssen auf die Gewerbesteuer setzen.“ Karl Zorko nickt. „Generell spricht gegen eine Ansiedelung von Gewerbe in den Reiteläckern nichts.“ (her)

 

Mehr über das geplante Gebiet Reiteläcker und die Bauvoranfrage der DHL lesen Sie hier.