Sie sind hier: Rathaus » Aktuelles » Einzelansicht News
30.04.2015

Spatenstich für eine runde Sache

Kategorie: Aktuelles

Symbolisch griffen die Vertreter der Offenauer Verwaltung, der Ingenieurbüros, Baufirmen und der übergeordneten Straßenbaubehörden zum Spaten für den Bau des Kreisverkehr an der B 27 und das neue Gewerbegebiet Offenau Süd-Erweiterung. Die Baufahrzeuge rollen am 11. Mai an. (Foto: Franz Rittenauer)

Symbolisch begannen heute die Bauarbeiten für den Kreisverkehr auf der B 27, der gleichzeitig auch das neue Gewerbegebiet „Offenau Süd-Erweiterung“ erschließen wird. Die Bagger rollen am 11. Mai an.

35 Meter im Durchmesser, mit einer Durchfahrt für überbreite Lkw in der Mitte, soll der neue Kreisverkehr am südlichen Offenauer Ortseingang werden. Wenn Bürgermeister Michael Folk beim symbolischen Spatenstich an diesem letzten Apriltag von einer „runden Sache“ spricht, ist damit aber mehr als die Form des Straßenbauwerks gemeint. So erschließt der Kreisel auch das neue Gewerbegebiet Offenau Süd-Erweiterung, das gegenüber dem Talweg auf der anderen Seite der B 27 und zwischen Austraße und Flutgraben entsteht. Und er ist der erste sichtbare Baustein für das von der Neckargemeinde von langer Hand geplante ganzheitliche Verkehrskonzept. „Der Kreisel soll uns helfen, den Verkehr auf unserer Ortsdurchfahrt der B 27, mit der wir noch lange leben müssen, so durchzubringen, dass er uns alle am wenigsten beeinträchtigt.“ Folk fasst zusammen: „Wir haben einiges vor mit dem Kreisverkehr.“

Das zeigt sich auch im Auftragsvolumen, das rund 1,25 Millionen Euro für beide Bauprojekte zusammen beträgt. 450.000 Euro davon entfallen auf den Kreisverkehr, das restliche Auftragsvolumen betrifft die Erschließung von Offenau-Süd Erweiterung, komplett mit Leerrohren für eine spätere Verlegung von Glasfaserkabeln für eine schnellere Internetverbindung und einer Entwässerung im Trennsystem. „Also alles nachhaltige Dinge, die in das Gewerbegebiet mit eingeflossen sind“, berichtet Simon Schuster, Geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros Willaredt aus Sinsheim, das das neue Gewerbegebiet geplant hat..

Kostenbeteiligung Bezahlen muss die Gemeinde Offenau den Kreisverkehr nicht allein. 303.000 Euro, rund zwei Drittel der Bruttobaukosten, steuert die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen einer Kostentragungsvereinbarung bei. „Diesen Betrag müsste man für den verkehrsgerechten Ausbau der Lichtsignalanlage am Talweg Süd aufbringen, der Knotenpunkt dort ist überlastet,“ erläutert Nicole Bosch vom Baureferat Nord beim zuständigen Regierungspräsidium Stuttgart. „Die Förderung hat den Kreisverkehr auch erst möglich gemacht“, sagt Kämmerer Holger Leister.

Das langfristige Ziel des Kreisverkehrs ist dennoch, dass die Ampel an der Einmündung des Talwegs zwischen Schuhmarkt und TSR Tankstelle ausbleibt. Fachingenieur Uwe Zimmermann aus Haßmersheim, der das ganzheitliche Offenauer Verkehrskonzept koordiniert, berichtet, dass die Straßenverkehrsbehörde nach Fertigstellung des Kreisels die Ampel bei der DHL Einmündung probeweise abschalten möchte. „Wir hätten sonst die Situation mit zwei Wächterampeln vor und nach dem Kreisverkehr, das wäre nicht ideal“, ergänzt Ordnungsamtsleiterin Sabine Herrmann aus Bad Friedrichshall. Im Rahmen der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft übernimmt die Salzstadt für Offenau die Aufgaben der untere Straßenverkehrsbehörde. „Die B 27 geht uns alle an.“

Örtlicher Bedarf  Umschlossen wird der Kreisverkehr künftig von zwei Gewerbegebieten. Die neue, westlich der B 27 entstehende Fläche "Offenau Süd-Erweiterung" bietet besonders örtlichen Betrieben Erweiterungsmöglichkeiten, im hinteren Bereich westlich der Austraße schließen sich einige Wohnbauplätze an. Über zehn Jahre haben die Planungen für dieses Gebiet mit einigen Wendungen und Änderungen der Absichten insgesamt gedauert, „Jetzt ist der Bebauungsplan rechtskräftig“, freut sich Stadtplaner Jürgen Glaser vom Ingenieurbüro für Kommunalplanung aus Mosbach.

Genau betrachtet erfolgt an diesem letzten Apriltag der symbolische Spatenstich für zwei Projekte, die auf unterschiedliche Bebauungspläne zurück gehen. Es sind deshalb viele Beteiligte, die zum Spaten greifen. Alexander Dussinger von der Baugesellschaft Hauck aus Waibstadt hat deshalb gleich zwölf mitgebracht. Als Bauleiter koordiniert er die Arbeiten sowohl für den Kreisverkehr als auch für das Gewerbegebiet, vor dem Sommer kommt noch der Bau für die neue Abwasserdruckleitung hinzu.

Verengung Richtig Erde bewegt wird für den neuen Kreisverkehr aber erst am 11. Mai. Rund vier Monate lang müssen die Verkehrsteilnehmer auf der B 27 dann mit Behinderungen rechnen. In einem ersten Schritt wird die Fahrbahn verengt auf die Mindestbreite, westlich der Bundesstraße entsteht eine 5,50 Meter breite Behelfsstraße. Über sie rollt anschließend abwechselnd der Verkehr. Eine Sperrung der B 27 während der Bauarbeiten ist nicht möglich, der Zeitplan deshalb straff: Am 31. Juli muss der Kreisel fertig sein.