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26.07.2013

Offenauer Erde für Berlin

Kategorie: Aktuelles

Foto: Nadine Herwerth-Gajer

Einen in jeder Hinsicht bodenständigen Termin absolvierten Bürgermeister Michael Folk, sein Zweiter Stellvertreter, Gemeinderatsmitglied Peter Klotz und Gemeindehistoriker Daniel Kress am Mittwoch, 24. Juli: Sie gaben Bundestagsmitglied Ulrich Schneider aus Bad Rappenau einige Schaufeln Erde vom Gelbenstein mit nach Berlin und packten eine Geschichtslektion über den Spitznamen der Offenauer, Kornlupfer, gleich noch mit dazu.   Anlass war die Bitte des grünen MdB, aus den 32 Gemeinden seines Wahlkreises Heilbronn Erde für das allen Menschen in Deutschland gewidmete Kunstwerk im Berliner Reichstag mitnehmen zu dürfen.

Das Objekt, ein 21 mal sieben Meter großes Beet aus Erde mit dem steinernen Schriftzug „Der Bevölkerung“ in der Mitte, erstreckt sich seit dem Jahr 2000 in einem Innenhof des Reichstagsgebäudes. „Jeder Abgeordnete darf während seiner Zeit im Bundestag einmal dafür etwas mitbringen“, begründete Schneider seine Anfrage.

Begleitet von einigen Parteikollegen aus dem Kreisvorstand holte er die Erde im Rahmen einer größeren Tour durch seinen Wahlkreis mit dem Fahrrad ab. „Ich finde die Idee klasse“, lobte Bürgermeister Michael Folk. „Mit der Erde ganz eng verbunden ist auch unser Spitzname Kornlupfer.“ Und was es mit dem auf sich hat, verriet Gemeindehistoriker Daniel Kress: „Wir haben hier im Neckartal sehr fruchtbare Erde.“ Das schöne Getreide, das darauf wuchs, soll jedoch den Neid der Nachbarn so erregt haben, dass sie die Offenauer verdächtigten, das Korn mit Werkzeugen anzuheben, damit es so aussah, als ob ihre Ähren höher als die der anderen wuchsen.
Ob die Lektion Heimatgeschichte auch auf fruchtbaren Boden fiel? Die Offenauer Erde vom Gelbenstein jedenfalls soll am 12. August in das große Beet im Berliner Reichstag geschüttet werden. (her)