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23.07.2013

Neues Licht für neue Straßen

Kategorie: Aktuelles

Moderne Pilzleuchten mit LED-Technik erhellen seit Mitte Mai die Bahnhofstraße. Die Umrüstung großer Teile der übrigen Straßenbeleuchtung auf energiesparende Lampen wird trotz öffentlicher Fördergelder ein Kraftakt für die Gemeinde.

Kurzbericht zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 2.7.2013

TOP 1
Bekanntgabe der nichtöffentlichen Beschlüsse der Sitzung vom 18.6.2013

- Der Gemeinderat fasste einen Beschluss hinsichtlich der Priorisierung der Maßnahmen im „Ganzheitlichen Verkehrskonzept“.
- Das Ingenieurbüro für Kommunalplanung (ifK) aus Mosbach erhielt verschiedene Kleinaufträge.
- Dem Antrag des Evangeliumschristen-Baptisten e.V. auf Nutzung des Neckarufers bei der Natorampe zur Durchführung einer Tauffeier wurde, vorbehaltlich der Genehmigung des Wasserschiffahrtsamts, für das Jahr 2013 zugestimmt.

TOP 2
Straßenerhaltungskonzept
Hier: Vorstellung der Ergebnisse der Firma Eagle Eye Technologies
Auf den ersten Blick sehen die 38,5 Kilometer Offenauer Straßen und befestigten Feldwege gar nicht so schlecht aus, meint Alexander Gumnior, Geschäftsführer der Firma Eagle Eye Technologies. Im vergangenen Herbst hatte die Berliner Spezialfirma das Wegenetz der Gemeinde mit zehn Kameras auf dem Dach eines Spezialfahrzeugs ins Visier genommen. Ihr Fazit bei der Vorstellung der Ergebnisse der Straßenbefahrung bei der vergangenen Sitzung des Gemeinderats: „Es ist nicht so, dass Offenau schlechter da steht, als andere Gemeinden im Umkreis.“

Aber auch nicht besser: Von den 180.000 Quadratmetern befestigter Verkehrsfläche auf der Gemarkung befinden sich „knapp ein Sechstel in kritischem Zustand“, berichtete Gumnior.
Die Risse, Rillen und Löcher im Aspahlt der Offenauer Straßen und Wege sind dabei nicht nur für den Fachmann gut zu sehen. Hauptaufgabe der Eagle Eye-Spezialisten war es, ein Abbild des Wegenetzes für den Computer zu erstellen. Per Mausklick kann die Verwaltung in einem besonderen Ortsplan nun vom Rathausbüro aus in jede gewünschte Straßenecke einen digitalen Blick werfen und dabei auch das Straßenmobilar wie Ampeln näher in Augenschein nehmen.

 
Viel wichtiger für das Straßenmanagement in der Gemeinde ist aber, dass die Karte in verschiedenen Farben die Güteklasse der Straßen und Wege anzeigt. Das Team um Gumnior hat ermittelt: „Sie haben einen Sanierungsrückstau von 1,8 Millionen Euro.“


Weil Straßen und Wege buchhalterisch zum Anlagevermögen der Gemeinde gehören, haben die Fachleute von Eagle Eye zusätzlich mehrere Sanierungsszenarien entworfen: Was wäre, wenn die Gemeinde jedes Jahr soundsoviel Euro in die Sanierung ihrer Straßen und Wege stecken würde? Welche Abschnitte kämen zuerst dran? Gibt es einem Mindestbetrag, den die Gemeinde aufbringen muss, damit sich der Zustand zumindest nicht weiter verschlechtert?

 
Die von der Gemeinde im aktuellen Haushalt eingestellten 30.000 Euro jedenfalls halten die Berliner Spezialisten für zu gering. „Im Vergleich zur Nichtstun-Strategie wäre das kein großer Unterschied“, sagte Gumnior. Ideal wären ihrer Einschätzung nach für die nächsten zehn Jahre jeweils 230.000 Euro, also 2,3 Millionen Euro. „100.000 Euro reichen aber auch recht weit“, so Gumnior.
„Und welche Straße müsste dann als erste saniert werden“, fragte Bürgermeister Michael Folk. Schnell und nüchtern zählte Gumnior auf: Sandstraße, Finkenstraße, Kornstraße.

Gemeinderätin Gisela Plagmann lobte die Arbeit von Eagle Eye. „Das ist eine wichtige Grundlage, jetzt wissen wir, was auf uns zukommt.“ Denn dass die Gemeinde handeln muss, steht für sie fest: „Die Fotos sind von 2012. Durch den Winter hat sich der Zustand bestimmt nicht gebessert.“
Gemeinderat Peter Klotz wollte wissen, wie lange die von Eagle Eye entworfenen Zustands- und Sanierungsszenarien gültig sind. „Muss man die Untersuchung in bestimmten Abständen wiederholen?“ Eagle Eye-Fachmann Gumnior nickte: „Alle fünf bis sieben Jahre.“
Jetzt geht es um die Finanzierung der Straßensanierung. Sie wird Gegenstand der letzten Sitzung des Offenauer Gemeinderats vor der Sommerpause am 16. Juli sein, und könnte noch teurer werden, als von Eagle Eye empfohlen. Derzeit prüft ein Ingenieurbüro für Tiefbauarbeiten die Daten. „Denn wenn eine Straße saniert wird, kommen zum Oberflächenbelag auch der Kanalbau darunter dazu“, erläuterte der Technische Bauamtsleiter Joachim Fritz.

TOP 3
Straßenbeleuchtungskonzept
Hier: Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik
16 neue LED-Leuchten erhellen seit vergangenem Herbst den Fuß- und Radweg zwischen Bahnhof und Südzucker-Siedlung, elf weitere seit Mitte Mai die Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Abzweigung Holzstraße.

In den kommenden Jahren sollen auch große Teile des Ortsgebiets in das neue energiesparende Licht gerückt werden. Einstimmig beschloss der Offenauer Gemeinderat das von der EnBW ausgearbeitete Beleuchtungskonzept.


Rund 175.000 Euro muss die Gemeinde dafür über den ersten Nachtragshaushalt 2013 aufwenden, rund 50.000 Euro könnte sie zusätzlich aus Fördertöpfen des Bundes bzw. Landes bekommen. „Ihre Straßenbeleuchtung ist dann zu 95 Prozent auf dem neuesten Stand“, berichtete EnBW-Vertreter Tim Vogelmann vom Fachbereich Straßenbeleuchtung bei der Vorstellung des Beleuchtungskonzepts.
Saniert und mit neuen Beleuchtungskörpern bestückt sollen dabei nicht nur die an 163 Stellen im Ort anzutreffenden, siebeneinhalb Meter hohen Laternenmasten aus Beton werden, sondern auch die 400 Straßenlampen vom Typ Bogenleuchte. „Sie werden mit einem Leuchtmittel betrieben, das in der EU ab 2015 nicht mehr zur Verfügung steht“, erläuterte Vogelmann.

Insgesamt könne die Gemeinde durch die Sanierung- und Umrüstung „69 Prozent CO-2 einsparen“, rechnete Vogelmann vor. In sieben, acht Jahren, so der EnBW-Fachmann weiter, habe Offenau durch die Einsparung beim Stromverbrauch die Kosten für die Umrüstung wieder ins Haus geholt.
Bürgermeister Michael Folk hofft deshalb, dass die Gemeinde dann auch wieder „das Licht an den Laternen zwischen 1 und 4 Uhr morgens anlassen kann.“ 2006 hatte der Gemeinderat im Zuge von Sparmaßnahmen nach einem dramatischen Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen beschlossen, die Straßenbeleuchtung zwischen 1 und 4 Uhr morgens abzuschalten.

TOP 4
Baugesuche
Mit verschiedenen Baugesuchen von Privatpersonen beschäftigten sich die Gemeinderatsmitglieder bei diesem Tagesordnungspunkt.


Uneins waren die Mitglieder über den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgaragen in der Birkenstraße. Mit neun Ja-Stimmen bei einer drei Enthaltungen und einer Nein-Stimme befreiten sie den Bauherrn zwar von den für den Bau notwendigen Festsetzungen des Bebauungsplans, nachdem dessen Architekt die Planungen aufgrund der Einwendungen der Nachbarn nachgebessert hatte. Die Kritiker beanstandeten die in ihren Augen massive Bauweise des Neubaus.

„Nein“ sagten sie die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats zu dem Vorhaben, das Dach eines Hauses in der Sandstraße auf beiden Längsseiten durch Dachgauben aufzubrechen. Das Haus hätte so in einem Gebiet, in dem nur einstöckige Gebäude zugelassen sind, beinahe ein vollständiges zweites Stockwerk erhalten. Der Bauherr muss jetzt seine Pläne überarbeiten und die zur Straßenseite hin geplante Dachgaube deutlich verkleinern. Gegen die auf der Hochwasserdammseite des Gebäudes gelegene Dachgaube erhoben die Ratsmitglieder keine Einwendungen. „Das haben wir damals nach dem Bau des Hochwasserdamms schon einigen Bauherrn gestattet, damit sie wieder auf den Neckar schauen können“, erläuterte Bürgermeister Michael Folk.


Bedenken äußerten die Gremiumsmitglieder bei einer Bauvoranfrage für die Gartenstraße. Hier würde der Grundstückseigentümer im Garten seines Hauses ein weiteres Haus mit einer Grundrissfläche von 10x15 Metern errichten. Ein Stadtplaner soll nun grundsätzlich für das Gebiet überprüfen, wie viel von den bestehenden Grundstücken mit ihren großen Gärten übrig bliebe, wenn vergleichbare Bauvorhaben dort genehmigt werden würden.

TOP 5
Bebauungsplanverfahren von Nachbargemeinden
Keine Einwendungen erhoben die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats gegen die Planungen der Stadt Gundelsheim, am Ortsausgang Richtung Offenau an der alten Gundelsheimer Straße ein Sondernutzungsgebiet für die Pferdehaltung auszuweisen. Hier soll ein Reiterhof für therapeutisches Reiten errichtet werden.

TOP 6
Annahme von Spenden
Eine Gemeinde darf bei der Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben auch auf Spenden, Schenkungen und ähnliche Zuwendungen zurückgreifen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Gemeinderat sein Okay zur Annahme der besagten Spenden gegeben hat. In Offenau steht die Annahme von Einzelspenden regelmäßig alle sechs Monate auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Dieses Mal durften sich die Gemeindevertreter über Spenden der Firma Südzucker für die Gemeindebücherei und die nächste Ausgabe der Gemeinschaftsveranstaltung der Neckarnachbargemeinden „Flussgelaunt von Ort zu Ort“ im Jahr 2014 freuen. Ebenfalls für eine Aktion der Gemeindebücherei spendete die Volksbank AG Heilbronn, das Ehepaar Plagmann stiftete zwei Sitzbänke für das Neckarufer. (her)