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10.06.2013

Hochwasserschutz hat sich erneut bewährt

Kategorie: Aktuelles

Grafik: Die dargestellten Überflutungsflächen wurden dem Hochwasserüberflutungsmodell der Universität Karlsruhe (IWG) entnommen; bearb. durch das Regierungspräsidium Stuttgart

Offenauer Schutzwall hält 20-jährliches Überflutungsereignis ab Was wäre gewesen, wenn Offenau beim Hochwasser am ersten Juniwochenende keinen Damm gehabt hätte? Das Planspiel auf der Grafik zeigt, dass die Überflutung alles andere als das entspannte Ereignis gewesen wäre, als das es sich Zuschauern und Anwohnern während dieser drei Tage zwischen Mai und Juni 2013 bot.

Lässig an der Absperrung lehnen, vielleicht noch die Handykamera zücken, und zuschauen, was der angeschwollene Neckar so alles vorbei strömen lässt– dank des Offenauer Damms war das Hochwasser vom ersten Juniwochenende für Zuschauer und Anwohner eine entspannte Angelegenheit.

Der Schutzwall selbst stand derweil sehr wohl unter Spannung: Bis auf 5,64 Meter kletterte der Offenauer Pegel — eine Höhe von 5,80 Meter hätte bereits den Charakter eines 20-jährlichen Hochwasser gehabt.

„Dieses Hochwasser war ein Ereignis, bei dem sich der Damm schon bewähren musste“, erinnerte deshalb Bürgermeister Michael Folk bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag daran, dass der Schutz der Gemeinde vor den Fluten des Neckars keine Selbstverständlichkeit ist.

Erst seit 2004 umschließt der bis zu 3,50 Meter hohe und an der Krone drei Meter breite Damm die gesamte, dem Neckar zugewandte Front der Gemeinde. Das sind 2,1 Kilometer. „Durch diese Maßnahme wurde der komplette Ortsbereich von Offenau vor Hochwasser geschützt“, beschreibt Joachim Fritz, Hochwasserbeauftragter der Gemeinde, den Charakter des Schutzwalls.

 Als Basis für Höhe und Dicke des rund zehn Millionen Euro teuren Erdbauwerks diente das Hochwasser von 1993. „Dieser Pegel wurde als sogenanntes 100-jährliches Hochwasser bewertet, zuzüglich 50 Zentimeter Sicherheitszuschlag, dem Freibord“, erzählt Fritz.

Und was wäre gewesen, wenn die Gemeinde ihren Damm am ersten Juniwochende 2013 noch nicht gehabt hätte? „Ungefähr bis auf die Höhe der Gebäude Neckarstraße Nr. 15 und 17 wäre das Wasser hineingeflossen“, schätzt Fritz den Wasserstand für den tiefsten Punkt des Uferschutzes. Entlang des Neckarufers wären Gebäude bis in die zweite Reihe hinein betroffen gewesen, ohne allerdings Schäden miteinzukalkulieren, die durch zurückgestautes Wasser im Kanalnetz entstehen könnten.

Info: Wie hoch der Neckar vor dem Offenauer Damm bei einem 10-, 50– und 100-jährlichen Hochwasser stünde, zeigt die Hochwassergefahrenkarte (http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/71525/).