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25.06.2015

Druckleitung erreicht 1000-Meter-Marke

Kategorie: Aktuelles

Nicht allein auf ihrem 3,5 Kilometer langen Weg bis nach Jagstfeld ist die neue Druckleitung für das Offenauer Abwasser: Ein orangefarbiges Vierfachleerrohr für Glasfaserkabel begleitet sie. (Foto: Gemeinde Offenau)

Ein braunes Band schlängelt sich derzeit ab der Nato-Rampe zwischen Hochwasserdamm und Fußweg durch die grünen Offenauer Neckarwiesen. Seine Bedeutung liegt allerdings einen Meter tiefer: Hier wird seit Anfang Juni die neue Druckleitung für das Abwasser der Neckargemeinde gebaut.

„Knapp einen Kilometer haben wir verlegt“, berichtet Bauleiter Alexander Dussinger vom Bauunternehmen Hauck aus Waibstadt. Jetzt, am Ende des Offenauer Hochwasserdamms, muss das 28 Zentimeter dicke Rohr aus rotem Gusszink zum ersten Mal seinen bisher mehr oder weniger gerade verlaufenden Kurs verlassen. Kreidestriche und -zahlen markieren in grellem Pink auf braunem Erdreich Abknickwinkel und Seitenabstand. Die neue Route führt parallel zum Vorflutgraben bis hinauf zum Kreisverkehr an der Bundesstraße.

Die richtigen Hindernisse muss die Leitung erst noch überwinden: Zweimal führt sie ihr insgesamt 3,5 Kilometer langer Weg bis zur Anschlussstelle an das Kanalnetz des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal in Bad Friedrichshall-Jagstfeld unter der Bundesstraße und einmal sogar unter Jagst hindurch Diese Spülbohrungen sind im Bauzeitenplan Mitte Juli vorgesehen.

Die Druckleitung selbst liegt dann noch auf der Höhe von Bad Wimpfen. Mit Absicht, erläutert Fachingenieur und Planer Karsten Schmidt vom Ingenieurbüro Willaredt aus Sinsheim. „Wenn man schon mit der Leitung da wäre, hätte man keinen Anpassungsspielraum mehr.“ Nicht allein ist die Druckleitung auf ihrem langen Weg nach Jagstfeld. Fachingenieur Schmidt zeigt auf den orangefarbenen Schlauch, der sich aus dem Graben windet: „Das ist ein Vierfachrohr für Glasfaserkabel.“ Per Ratsbeschluss legt die Gemeinde in jede öffentliche Baugrube ein Leerrohr für eine schnelle Internetverbindung mit hinein.

Während die neue Abwasserdruckleitung von der Nato-Rampe aus Rohrstück für Rohrstück ihrem Ziel in Jagstfeld nähert kommt, wird ihr fehlender Abschnitt in die andere Richtung zur Kläranlage erst Ende Juli in Angriff genommen. Das Kornlupferfest braucht seinen Festplatz ohne Baugrube.

Rund 3,8 Millionen Euro kostet Offenau der Anschluss an den Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal und die Stilllegung eigenen Kläranlage. Die Kosten muss die Gemeinde aber nicht allein tragen; über 80 Prozent bekommt sie als Zuschuss aus öffentlichen Töpfen. Den Förderbescheid über 2,48 Millionen Euro hat sie im Mai bekommen.

Während der Bauzeit verschließt jeden Abend eine Art Korken aus schwerem blauen Stahl die Rohröffnung, damit sich keine Tiere darin verstecken oder Schabernack getrieben wird.. „Anders als bei einer Frischwasserleitung muss man hier nicht noch zusätzlich auf die Hygiene achten“, sagt Schmidt. Erst am Ende, wenn alles fertig ist, steht eine Druckprüfung mit 16 bar auf dem Programm. „Das ist so, als ob eine 100 Meter hohe Wassersäule auf der Leitung stünde“, sagt Schmidt und blickt von der Baustelle weg auf das andere Neckarufer gegenüber. Ein Vergleich steht dem Betrachter nämlich dort geradezu bildhaft vor Augen: Der blaue Turm ist gerade mal halb so hoch. (her)

aktualisiert: 27.7.2015