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16.02.2015

Die Bagger dürfen kommen

Kategorie: Aktuelles

Der Baumstumpf ist kein Hindernis, im neuen Baugebiet Gelbenstein II haben die Bagger nach der Rodung freie Bahn. Bei ihrer Sitzung am 10. Februar beschlossen die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats über die Ausschreibung der Bauarbeiten. (Foto: Gemeinde Offenau

Kurzbericht zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 10. Februar 2015 – Teil 1

TOP 1
Beitritt der Gemeinde Offenau zum Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal
a) Aktueller Sachstand
b) Beauftragung des Ingenieurbüros Willaredt mit der Ausschreibung

Die Tage der Offenauer Kläranlage sind gezählt: Die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats gaben bei ihrer ersten Sitzung nach der Weihnachtspause grünes Licht für den vom Ingenieurbüro Willaredt aus Sinsheim vorgestellten Zeitplan für den Anschluss der Gemeinde an das Kanalnetz des Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal und beauftragten das Fachbüro mit der Ausschreibung. Die Vergabe der Arbeiten soll in der Gemeinderatssitzung am 21. April stattfinden, die Baumaschinen im Mai anrollen.

Dass Offenau sein Abwasser in naher Zukunft nicht mehr selbst reinigen wird, steht schon seit längerem fest. Die Betriebserlaubnis für die gemeindeeigene Kläranlage am Ortsausgang Richtung Gundelsheim läuft zum Jahresende aus, eine Sanierung wäre, so das Ergebnis eines von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Strukturgutachtens, unwirtschaftlich. Bereits Anfang 2014 hatte der Offenauer Gemeinderat deshalb die Stilllegung des Klärwerks und den Beitritt zum Abwasserzweckverband mit Sitz in Neckarsulm befürwortet. Mittlerweile ist auch die wasserrechtliche Erlaubnis des Landratsamts für das Offenauer Vorhaben eingetroffen.

Den Weg bis zur nächstmöglichen Anschlussstelle in Bad Friedrichshall-Jagstfeld besorgt eine 3,5 Kilometer lange Druckleitung durch die Neckarwiesen. Kostenpunkt: 3,8 Millionen Euro. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf 2,4 Millionen Euro, rund 1,4 Millionen Euro muss die Gemeinde voraussichtlich für die spätere Mitbenutzung der Verbandskanäle und als Anteil am Wiederbeschaffungszeitwert des gemeinschaftlichen Klärwerks in Neckarsulm bezahlen. Ein Förderantrag beim Regierungspräsidium ist deshalb gestellt.

Die 30 Zentimeter dicke Druckleitung, durch die pro Sekunde 45 Liter Wasser fließen, hat auf ihrem Weg bis zum Hundesportplatz in Jagstfeld einige Hindernisse zu überwinden. So müssen der Offenauer Hochwasserdamm einmal und die B 27 gleich zweimal unterquert werden. Eine besondere Herausforderung: das Führen der Leitung mittels Spülbohrung unter der Jagst hindurch. Bis 2,80 Meter tief in den Boden muss die Leitung deshalb stellenweise gelegt werden.

Wo es geht, soll die neue Druckleitung neben dem asphaltierten Rad- und Fußweg, der sich durch die Offenauer Neckarwiesen bis nach Bad Friedrichshall schlängelt, verlaufen. Hier und da müssen die Bagger aber auch die Offenauer Uferpromenade aufgraben. „Der Hochwasserschutz und das Kornlupferfest sind aber weiterhin gewährleistet“, beruhigt Kämmerer Holger Leister das Gremium auf die besorgte Anfrage eines Ratsmitglieds hin.

Einen weiteren Leitungsgraben für die technische Steuerung der Anlage, die dann vom AZV übernommen wird, wird es aber nicht geben. Die Anbindung läuft elektronisch per Fernwartung.

Auch auf dem Gelände der Kläranlage wird es Veränderungen geben. Das alte Rechenbauwerk weicht der neuen Pumpstation mit drei Pumpen, die drei Klärbecken werden verfüllt. „Denn für Rückbaumaßnahmen gibt es keine Fördergelder“, begründet Fachingenieur Schmidt die Lösung. Der gesamte hintere Teil des Geländes am Ortsausgang Richtung Gundelsheim werde in Zukunft nicht mehr benötigt und könne von der Gemeinde anderweitig genutzt werden, „beispielsweise durch den Bauhof“. Bis Frühjahr 2016 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

 

TOP 2
Bebauungsplan „Gelbenstein II – 1. Änderung“
a) Beratung und Beschlussfassung über die im Rahmen der Offenlegung eingegangenen Anregungen b) Satzungsbeschluss des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften

Weil bei einer ersten Offenlegung unter anderem mehr Grundstücke für Einfamilien- statt für Doppelhäuser im neuen Baugebiet Gelbenstein II gewünscht worden war, hatte die Gemeinde den Bebauungsplan für das 2,46 Hektar große Gelände entsprechend angepasst und im vergangenen Herbst erneut der Öffentlichkeit sowie den übergeordneten Behörden vorgelegt. „Es gibt keine wesentlichen Änderungen, die Auswirkungen haben. Es wurden ein paar Punkte angesprochen, die die Entwässerung und damit die Erschließung betreffen“, fasste Jürgen Glaser vom zuständigen Ingenieurbüro ifk aus Mosbach das Ergebnis der zweiten Offenlegung zusammen. Einstimmig bewilligte der Gemeinderat die vom Fachingenieur vorgestellten Behandlungsvorschläge für die eingegangenen Anregungen und beschloss den entsprechend geänderten Bebauungsplan.

 

TOP 3
Erschließung des Gebiets Gelbenstein II
a) Vorstellung der Planung
b) Abschluss eines Erschließungsvertrags mit der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH zur Erschließung des Gebiets „Gelbenstein II“
c) Zustimmung zur Beauftragung des Ingenieurbüros Willaredt mit der Ausschreibung der Erschließungsarbeiten für das Gebiet „Gelbenstein II“ durch die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH

2,46 Hektar umfasst das neue Baugebiet Gelbenstein II. Das sind 40 Bauplätze, 37 für Wohnhäuser, drei sind für eine gewerbliche Nutzung reserviert. Wie es sonst in dem Gebiet im Südosten von Offenau, das sich in ein allgemeines Wohngebiet und ein reines Gewerbegebiet aufteilt, aussehen soll, erläuterte Erich Haffelder vom Ingenieurbüro Willaredt aus Sinsheim den Offenauer Ratsmitgliedern.

Weil der Anschluss an das Abwassernetz der Gemeinde im Gewerbegebiet Talweg erfolgen soll, muss die Bahnlinie unterquert werden. Im Vergleich zu den ersten Erschließungsplanungen für Gelbenstein aus dem Jahr 2008 sind kleine Kurskorrekturen bei der Rohrführung notwendig. „Wir müssen fünf Meter Abstand halten zu den Oberbauwerken der Bahn und zwei Meter zur Frischwasserleitung der Mühlbachgruppe, die auch dort verläuft“, berichtete Haffelder. Die Genehmigung für die neue Entwässerung im Mischsystem liegt vor, jetzt fehlt nur noch die Feinabstimmung mit der Deutschen Bahn.

Oberirdisch charakterisieren der bis zu 4,80 Meter hohe Lärmschutzwall sowie der Umstand, dass es einen Gehweg nur im Anschlussbereich zum bereits bestehenden Wohngebiet Gelbenstein I gibt, das Bild des neuen Baugebiets. Ins rechte Licht sollen Gelbenstein II die gleichen LED-Lampen rücken, die heute schon den Fußweg entlang der Bundesstraße beleuchten.

Städtebaulich zuständig für das neue Offenauer Baugebiet Gelbenstein II ist die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH; das regelt ein Betreuervertrag zwischen der Gemeinde und den Ludwigsburgern aus dem Jahr 2004. Einstimmig beauftragten die Mitglieder des Gemeinderats deshalb die WHS zunächst mit der Erschließung des Gebiets und zeigten sich in einem zweiten Beschluss damit einverstanden, dass diese mit der Ausschreibung das Ingenieurbüro Willaredt beauftragt.

 

TOP 4
Bebauungsplan „Offenau Süd – Erweiterung“
a) Beratung und Beschlussfassung über die im Rahmen der Offenlegung eingegangenen Anregungen b) Satzungsbeschluss des Bebauungsplans und der örtlichen Bauvorschriften

Bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig führte das Offenauer Vorhaben, im neuen Bau- und Gewerbegebiet Offenau Süd – Erweiterung auch Einzelhandel anzusiedeln. Mittlerweile hat die Gemeinde darauf verzichtet – und die übergeordnete Behörden „haben keine Bedenken mehr“, fasste der mit der Bauplanung beauftragte Fachingenieur Jürgen Glaser vom Ingenieurbüro ifK aus Mosbach das Ergebnis der Offenlegung und Behördenbeteiligung des geänderten Plans vom vergangenen Dezember und Januar zusammen. Einstimmig konnten die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats deshalb die Neuaufstellung des Bebauungsplans für Offenau Süd – Erweiterung endlich auch formal als Satzung beschließen.

 

TOP 5
Verkehrskonzept B 27 Bau eines Kreisverkehrs am südlichen Ortseingang
a) Vorstellung der Planung
b) Beauftragung des Ingenieurbüros Zimmermann mit der Ausschreibung

Eine runde Sache ist der Kreisverkehr an der B 27 seit der vergangenen Sitzung des Offenauer Gemeinderats nicht nur auf dem Planungspapier. Einstimmig beauftragten die Bürgervertreter den Verkehrskoordinator der Gemeinde Uwe Zimmermann aus Haßmersheim mit der Ausschreibung für das 35 Meter im Durchmesser zählende Straßenbauwerk. „Der 4. Mai ist unser anvisierter Bautermin“, gibt der Fachingenieur den straffen Zeitplan bekannt.

Der Kreisverkehr mit seinen vier Armen ist Teil des von der Gemeinde von langer Hand geplanten Ganzheitlichen Verkehrskonzepts. Er ersetzt am südlichen Ortseingang die dort bislang nur in Fahrrichtung Mosbach mögliche Abfahrt in das Offenauer Gewerbegebiet Talweg. Gleichzeitig bindet er das gegenüber entstehende Bau- und Gewerbegebiet Offenau Süd-Erweiterung an. Überbreite Lkw dürfen ihn in der Mitte passieren, für sie entsteht eine fünf Meter breite Durchfahrt, die durch Poller für den übrigen Verkehr abgesperrt bleibt. Für Fußgänger und Radfahrer werden zwei Zebrastreifen angelegt, einer nach der neuen Einfahrt in den Talweg und einer nach dem Kreisverkehr in Fahrtrichtung Ortsmitte.

Im Talweg muss ein großer Teil der Wendeplatte für den Kreisverkehr weichen, das verbleibende Gelände bekommt die benachbarte Filiale der Textildiscounterkette Kik. „Wir benötigen Teile seiner Stellplätze an der Bundesstraße für den Kreisverkehr“, berichtet Zimmermann.

Insgesamt werden für den Kreisverkehr 50 Meter Talweg und 84 Meter Bundesstraße umgestaltet. Auf der B 27 schrumpfen die beiden Fahrspuren während der Bauzeit auf zwei mal drei Meter zusammen und der aus Offenau herausfahrende Verkehr wird auf einer eigens dafür angelegte Baustraße um die Baustelle herumgeführt.

445.000 Euro kalkuliert Verkehrsplaner Uwe Zimmermann für den Bau und setzt auf den frühen Beginn der Ausschreibung Ende Februar. Seine Erfahrung: „Anfang eines Jahres sind die Preise, die man bekommt, noch relativ in Ordnung.“

Der Bauzeitenplan ist straff, bereits im Juli soll der Kreisverkehr fertig sein. Dann werden die Ampeln zwischen dem Schuhmarkt und der Tankstelle TSR sowie die Anlage beim DHL-Gebäude probeweise abgeschaltet, und eine Antwort auf die Frage gesucht, ob der neue Kreisverkehr das hohe Verkehrsaufkommen auf der Offenauer Ortsdurchfahrt allein steuern kann. (her)

Den zweiten Teil des Kurzberichts zur Gemeinderatssitzung am 10. Februar mit den Tagesordnungspunkten 6-10 lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Offenauer Amtsblatt am 24. Februar.