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11.05.2016

Der Weg ist das Ziel

Kategorie: Aktuelles

Auf den Weg für benachteiligte Kinder machten sich die Offenauer Grundschülerinnen und Grundschüler. (Foto: Gemeinde Offenau)

Ermeut machen sich die Offenauer Grundschüler auf zu einem Spendenlauf für benachteiligte Kinder

Nein, es ist nicht die gleiche Prozedur wie im letzten Jahr. Das fängt bereits mit dem Anreise zum Offenauer Sportgelände an. Von der großen Schultreppe bis hinaus zum Römerhügel und dann wieder zurück zum Mühlweg marschieren die 97 Grundschüler, bevor es am Trainingsplatz der Turngemeinde buchstäblich rund gehen darf: beim Spendenlauf für benachteiligte Kinder.

„Im vergangenen Jahr waren wir einfach zu schnell“, erzählt Schulleiterin Franziska Thülly-Brenner. „Die sind so motiviert.“ Die Idee, den Wandertag 2016 ganz klassisch zu veranstalten, hat sie deshalb schnell wieder verworfen. „Im Elternbeirat und bei den Kindern hieß es: Nö, nö.“ Für den Kinderschutzbund und das Kindersolbad machen sich die Offenauer Grundschüler in diesem Jahr auf den Weg. Mit ihrem Spendengeld wollen sie eine Essenspatenschaft übernehmen und zwei Wohngruppen unterstützen.

Beachtliche 3,2 Kilometer hat der Nachwuchs durch den langen Spaziergang in den Beinen, bevor er gegen elf Uhr los stürmen und seine Runden um den Trainingsplatz der Offenauer Fußballer drehen darf. „Das war doch nur eine kleine Tour“, ruft Viertklässlerin Alicia übermütig. 30 Runden, acht mehr als im vergangenen Jahr will sie laufen. Sechs Sponsoren aus dem Familien- und Freundeskreis honorieren den sportlichen Einsatz mit 10 bis 20 Cent je Runde. 15 Cent legt die Schülerin dann noch einmal aus eigener Tasche obendrauf: „So bringt es einfach mehr Geld. Ich finde es sehr gut, dass Kinder anderen Kindern helfen.“

Mirko und Kaan helfen sich schon einmal gegenseitig: Der große Viertklässler und der kleine Zweitklässler sind Seite an Seite unterwegs. „Weil wir Freunde sind“, sagt Mirko. Die beiden Freunde haben eine Taktik, wenn sie rings um das grüne Rasenrechteck unterwegs sind. „Die lange Strecke joggen wir, die kürzere laufen wir.“ Jede gelaufene Runde vermerken Lehrer und Eltern mit einem dicken Kreuz auf den Laufzetteln, die die Kinder um den Hals tragen. Gegen halb zwölf hat Pia schon fünf Stück. Die Erstklässlerin mit den zwei blonden Zöpfchen ist gern unterwegs. „Mit dem Geld kann man anderen Kindern eine Freude machen, damit sie zu Mittag essen können.“

Für ein zweites Frühstück bzw. für die Stärkung der kleinen Läuferinnen und Läufer sorgen an diesem Morgen Mamas und Papas. Sie schnippeln Äpfel und Karotten, eine Spende des Obst- und Gemüseerzeugers Obst Fischer aus Offenau, in mundgerechte Stücke, schenken Saft und Mineralwasser aus. Von einem Berg Brezeln, gestiftet von den Bäckereien Stetter-Gaschler und Denzer, bleiben rasch nur noch Krümel übrig, die roten Paprika in der Schüssel daneben hingegen so gut wie ganz.

Weil nach jeder Runde eine Pause einzulegen ist, haben die Nachwuchsläufer immer wieder viel Zeit. Hier leistet Zweitklässlerin Mia erste Hilfe und cremt die sonnenroten Arme einer Freundin ein, dort vergleichen zwei Jungs mit kritischen Blicken ihre Laufkarten. „Ja, Ausgleich“, jubelt Erstklässler Tom. Mit dem neunten Kreuz zieht er gleich mit seinem großen Bruder Sven.

Ob die Offenauer Grundschüler hinsichtlich des Erlöses ihres Spendenlaufes mit dem Ergebnis des vergangenen Jahres gleich ziehen oder sogar darüber liegen, entscheidet sich erst nach den Pfingstferien. 100 Euro haben die Kinder auf jeden Fall: Im Namen der Gemeinde Offenau übergibt Erster stellvertretender Bürgermeister Peter Klotz eine entsprechende Spende aus der Gemeindekasse. (her)

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