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6.03.2015

Bürgervertreter sagen Ja zum Bau des Flüchtlingsheims

Kategorie: Aktuelles

Ins Offenauer Gewann Ziegelhütte, zwischen Bundesstraße und der Kreisstraße nach Duttenberg, baut der Landkreis Heilbronn sein nächstes Flüchtlingsheim. (Foto: Gemeinde Offenau)

Kurzbericht zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 3. März 2015 – Teil 1. Zum Wohnort auf Zeit für rund 50 Asylsuchende wird die Gemeinde Offenau. Ohne Diskussion stimmten die Ratsmitglieder der Neckargemeinde bei ihrer vergangenen Sitzung dem Bauantrag des Landratsamts Heilbronn zur Errichtung eines Flüchtlingsheims für die Erstunterbringung im Gewann Ziegelhütte zu.

Für den Standort zwischen der B 27 und der Abzweigung der K 2029 nach Bad Friedrichshall-Duttenberg spricht weniger der Umstand, dass er schon einmal im Altertum ein beliebter Siedlungsplatz war. „Bodendenkmal, archäologische Fundstelle“, ist dazu im Flächennutzungsplan vermerkt. Vielmehr gehört das Grundstück dem Land Baden-Württemberg, für das das Landratsamt Heilbronn stellvertretend die Unterbringung der Flüchtlinge hier im Kreis organisiert.

Das sind 3,365 % aller Asylsuchenden in Baden-Württemberg oder in Zahlen ausgedrückt. „Im Januar waren es 141, im Februar 151 und für den März haben wir gerade die Prognose bekommen, dass es ebenfalls 151 Personen sein werden“, berichtet Amtsleiter Oswin Fuhr vom Sozial- und Versorgungsamt im Landratsamt Heilbronn.

Seine Abteilung koordiniert die Aufnahme der Asylsuchenden in den derzeit 62 Flüchtlingsunterkünften im Landkreis. Die Planungen für das Offenauer Haus folgen einem Standardaufbau: eine eingeschossige Anlage aus Containern, die sich um einen Innenhof gruppieren. Jeder Container besteht aus einem Zwei-Bett-Zimmer, wobei im rückwärtigen Teil der Anlage Zwischentüren die Möglichkeit eröffnen sollen, zwei Container zu einem großen Raum für Familien zusammenzulegen. „Das Grundstück ist relativ einfach zu bebauen“, informiert Andreas Jägerhuber, Leiter des Bauamts beim Landkreis Heilbronn, die Offenauer Ratsmitglieder. Für ihn hat das Grundstück aber noch einen weiteren Vorteil: eine gute Anbindung seiner zukünftigen Bewohner an die Neckargemeinde zu Fuß oder mit dem Fahrrad über den genau daran vorbeiführenden Salz-und Soleradweg.

Das ist gut so, denn das Landratsamt kümmert sich zwar um den unmittelbaren Betrieb des Heims mit Hausmeistern und Sozialarbeitern. Auch Grundlagensprachkurse werden angeboten. Im Alltag, beim Einkaufen, bei Arztbesuchen, sind die Bewohner jedoch auf sich selbst und ehrenamtliche Helfer angewiesen, die sie buchstäblich bei der Hand nehmen. „Es geht weniger darum, die Menschen mit Spenden zu überschütten. In Dingen des täglichen Lebens liegt der Hund begraben“, weiß Fachbereichsleiterin Sonja Schumm im Offenauer Rathaus aus Erfahrung.

Mindestens sechs Monate dauert es im Durchschnitt, bis die Flüchtlinge wissen, ob ihrem Asylantrag statt gegeben wird oder nicht. Solange bleiben sie in der Erstunterbringung.

Für Bürgermeister Michael Folk steht deshalb fest, dass sich die Gemeinde „dieser Aufgabe stellen wird.“ Eine Infoveranstaltung, bei der ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gesucht werden, soll der erste Schritt sein. Mindestens fünf Monate veranschlagt das Landratsamt für die Bauarbeiten; bezugsfertig könnte das Flüchtlingsheim Ziegelhütte deshalb frühestens in den Sommerferien sein. (her)

Den zweiten Teil des Kurzberichts zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 3. März lesen Sie in der übernächsten Ausgabe Ihres Amtsblatts am 17. März.