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12.05.2015

Blaue Stunde

Kategorie: Aktuelles

Foto: Gemeinde Offenau

Zu einer blauen Stunde trafen sich die Gäste des Offenauer Integrationscafés heute Morgen. Im alten Kindergarten legten sie letzte Hand an ihre Nana-Skulptur an.

Das Pensum der heutigen, dritten Mallektion: Die Zwischenräume dick mit leuchtendem Blau ausfüllen und die Konturen der farbenfrohen Muster mit einem feinen schwarzem Pinselstift nachziehen. Weil es zur letztgenannten Aufgabe einer ruhigen Hand bedarf, verbleibt der Stift gleich in den geschulten Fingern der frei schaffenden Künstlerin Claudia Heine aus Brackenheim, die die Gemeinde bei diesem ersten Großprojekt im Rahmen ihres Integrationscafés ins Boot geholt hat.

Heines prüfender Blick schweift aber über die ganze, über zwei Meter hohen Figur. „Die Pinselführung ist unterschiedlich,“ sagt sie. Hauptamtsleiterin Sonja Schumm, die Initiatorin des Integrationscafés nickt und schmunzelt. „Da hinten hat unsere Nana ein wenig Zellulite.“ „Naja, ganz gleich wird man den Ton sowieso nicht hinbekommen, bei den vielen, die mitgemalt haben“, räumt Heine ein. Integrationscaféteilnehmerin Hildegard Müllerschön findet aber genau das schön. „Das schafft ein Gemeinschaftsgefühl.“

Mucksmäuschenstil ist es an diesem Morgen im lichtdurchfluteten alten Kindergarten, ganz wie in einer klassisch-akademischen Malstunde. Nur das Kratzen der Stühle und Leitern auf dem Dielenboden ist hören, wenn die Künstlerinnen und ein Künstler ihre Position verändern. Weil weniger Maler für die Feinarbeiten erschienen sind, können sich die verbliebenen dichter um ihre Nana scharren. Das ist auch gut so, findet Sibylle Rölle. „Wenn nicht so viele an der Nana schütteln, dann geht das Ausmalen der Zwischenräume besser“.

Ein Ventilator beschleunigt schließlich nach rund zwei Stunden filigraner Pinselarbeit den Trocknungsprozess. Der Termin für die letzte Mallektion an der Offenauer Nana muss nämlich eingehalten werden: Am nächsten Dienstag bekommt sie auf der Veranda des alten Kindergartens ihren schützenden Lacküberzug.