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3.05.2016

Beitritt, Bilanz, Bauplatz

Kategorie: Aktuelles

Über den Umbau des ehemaligen Bäckereipavillons zur neuen Grundschulmensa informierte Architekt Rainer Wolf (rechts) Ratsmitglieder und interessierte Offenauerinnen und Offenauer bei einem Ortstermin vor Beginn der Gemeinderatssitzung. (Foto: Gemeinde Offenau)

Kurzbericht zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 26. April

TOP 1
Bürgerfragestunde

Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 21 Jahren, idealerweise eine Art Jugendhaus oder -treff wünscht sich eine junge Offenauerin. Ihr Anliegen nahmen die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats im Rahmen der Bürgerfragestunde zur Kenntnis. Bei einem gemeinsamen Gespräch im Rathaus wollen die Verwaltung und die junge Frau die Ideen, Wünsche und Vorstellungen in eine konkrete Form bringen, und anschließend den Bürgervertretern vorstellen.

Mehr Menschen aufs Fahrrad bringen, und zwar auch im Alltag, will die bundesweite Kampagne „Stadtradeln“. Zum ersten Mal mit dabei in diesem Jahr ist der Landkreis Heilbronn – und warum nicht auch Offenau? Der entsprechende Antrag des Offenauers und Kreisrats Johannes Müllerschön stieß bei Bürgermeister Michael Folk auf offene Ohren. Der Startschuss für die Kampagne fällt am 12. Juni mit einer besonderen Tour zu kulturellen Highlights. Bis zum 2. Juli können dann alle Teams ihre gefahrenen Kilometer in einen Onlinerechner eingeben.

Mitmachen darf, wer im Landkreis Heilbronn wohnt, arbeitet, einem Verein angehört oder eine Schule bzw. Hochschule besucht. Fahrradfreunde aus Offenau können sich gern im Rathaus anmelden, auch ein Teamkapitän wird noch gesucht.

Der Vorsitzende kündigte an, die Kampagne in einem der kommenden Amtsblätter näher vorzustellen. Fahrradfreunde aus Offenau können sich gern im Rathaus melden, auch ein Teamkapitän, der die gefahrenen Kilometer aller Teilnehmer aus Offenau notiert und weiter gibt, wird noch gesucht.

TOP 2
Bekanntgaben der nichtöffentlichen Beschlüsse aus der Sitzung vom 19. April 2016

Der Gemeinderat entschied in einer Immobilienangelegenheit.

TOP 3
Gewerbegebiet „Offenau Süd - Erweiterung“
Hier: Verkauf der Flurstücke 6148 und 6149; Vorstellung des Bewerbers

Alle Flächen in Offenau Süd-Erweiterung sind verkauft. Bei ihrer jüngsten Ratssitzung entschieden sich die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats, die zwei letzten der insgesamt fünf für Gewerbebetriebe ausgewiesenen Grundstücke zu verkaufen. Auf den beiden einzigen Mischgebietsplätzen plant die Firma CHS Sicherheitstechnik ihre bislang auf verschiedene Kommunen verteilten Lagerhallen und Büroräume zu vereinen. Am neuen Offenauer Standort arbeitet das Unternehmen weiter in seinen Produktfeldern Netzwerktechnik, Alarmanlagen und Videotechnik für Autohäuser, Spielcasinos, Juweliere und Privathaushaltes, ferner soll ein Schulungsraum hinzukommen. Darüber hinaus plant der Firmeneigentümer, der bereits ein anderes Gewerbe in Offenau betreibt, den Bau von vier Wohnungen.

Bislang sind die beiden Grundstücke nur über die unterhalb liegende Austraße zu erreichen. Damit das künftige CHS-Firmengelände auch über die große Zufahrtstraße in das Gebiet Offenau Süd-Erweiterung zu erweitern ist, legt die Gemeinde noch eine 80 Quadratmeter große Fläche zum Verkauf mit dazu.

TOP 4
Ganztagsschule
Hier: Erfahrungsbericht

Seit dem 15. September des vergangenen Jahres bestimmt die Ganztagesgrundschule in Wahlform dem Stundenplan an der Offenauer Grundschule. Wer möchte, kann montags, dienstags und donnerstags bis 16 Uhr die Schulbank drücken. Morgens stehen wir früher die klassischen Unterrichtsfächer auf dem Plan, nachmittags gibt es verschiedene Arbeitsgruppen, die vom Kochen über Tanzen, Englisch lernen, Basteln und Lego bauen jede Menge Abwechslung bieten. Die musikalischen Angebote des Kooperationspartners Musikschule Unterer Neckar mit Singen, Blöckflöte und der Bläserklasse hingegen können auch die sogenannten Halbtagsschüler besuchen.

Wie funktioniert nun der mit acht Stunden beinahe doppelt solange Schultag an der Offenauer Grundschule? Schulleitung, Elternvertreter, die Schulsozialarbeit, AG-Anbieter sowie der Koordinator für das nach wie vor notwendige Betreuungsangebot vor und nach dem Unterricht zogen Bilanz nach einem Dreiviertelschuljahr Ganztagsbetrieb in Wahlform, für das sich von 98 Offenauer Grundschülern 51 angemeldet haben.

Als positiv bewerteten sie die Motivation der Schülerinnen und Schüler sowie die Herausforderung, die der neue ganze Schultag an die Fähigkeit zur Selbstorganisation der Kinder stellt. Kritisch betrachtet wurden der erhöhte Abstimmungsbedarf zwischen allen am Ganztagesbetrieb Beteiligten und die Schwierigkeit, durch den veränderten Alltagsablauf Termine für Besprechungen zu finden. Nicht einfach sei es auch, Partner für die außerschulischen Angebote an den drei Nachmittagen von 15.15 Uhr bis 16 Uhr zu finden. Nachdem im ersten Halbjahr in erster Linie das Team der Ganztagesbetreuung hier mit kreativen eigenen Ideen die Schulstunden gefüllt habe, haben man in der zweiten Hälfte des Schulhalbjahrs auch Organisatoren von außerhalb ins Boot holen können. Aus sechs bis sieben Angeboten je ganzem Schultag könnten die Grundschülerinnen und –schüler derzeit ihren ganz persönlichen Nachmittag zusammenstellen.

TOP 5
Musikschule Unterer Neckar
Hier: Beitrit
t
Erneut berieten die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats über einen Beitritt zur Musikschule Unterer Neckar (MUN). 7580 Euro bezahlt die Gemeinde Offenau derzeit pro Jahr für die Kooperation mit den Bad Friedrichshallern an ihrer Grundschule. Das musikalische Profil stößt unter Eltern und Schülern auf Wertschätzung, 80 von insgesamt 98 Schülerinnen und Schüler spielen entweder Blockflöte, singen in den Chören oder lernen in Zusammenarbeit von MUN und dem Offenauer Kolping-Blasorchester in der Bläserklasse Posaune, Querflöte und Trompete. Würde die Gemeinde beitreten, kämen auch die 95 Musikschülerinnen und -schüler aus Offenau in den Genuss vergünstigter Tarife, die derzeit außerhalb der Grundschule Unterricht bei der MUN nehmen. Fünf Tarifgruppen hat die Gemeinde hier zu Auswahl. Je mehr Beitrag sie bezahlt, desto weniger kosten die Unterrichtsstunden für ihre Einwohner. Die Preisspanne reicht dabei von rund 13.000 Euro in Tarifgruppe 4 bis rund 19.000 Euro in Tarifgruppe 1 pro Jahr inklusive des bisherigen Musikschulunterrichts an der Grundschule.

Die alles entscheidende Frage für die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats ist aber, ob sich die MUN aus ihrem Engagement an der Grundschule zurückzieht, wenn sich die Gemeinde gegen den Beitritt ausspricht. Ein entsprechendes Signal hatte die Vorstandschaft des Trägervereins der Musikschule im vergangenen Jahr gesendet.

Bei ihrer vergangenen Sitzung hakten die Offenauer Ratsvertreter deshalb nach. Eine eindeutige Antwort bekamen sie von Musikschulleiter Marco Rogalski und der neue Vorsitzende des MUN-Trägervereins, Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey allerdings nicht. Klar ist aber auch: Andere Musikschulen könnten die Lücke, die durch einen Rückzug der MUN an der Offenauer Grundschule entstünde, nicht füllen. Eine entsprechende Anfrage hatten die Fraktion der Freien Wähler gestellt, die Absagen einer privaten sowie einer kommunalen Einrichtung in der Nähe Offenaus gab die Verwaltung am Sitzungsabend bekannt.

Für eine erneute Beratung über einen Beitritt Offenaus forderte der Gemeinderat weitere Zahlen: Was kostet eine Musikstunde, wenn die Neckargemeinde sich für die Tarifgruppe 4 entscheidet, und wie viel weniger würden Musikschüler aus Offenau bis zum Alter von 26 Jahren in der Tarifgruppe 3 bezahlen. Gemeinden, die Mitglied in der Musikschule sind, genießen das Privileg, dass die Lehrer der MUN für den Unterricht vor Ort in die Kommune kommen. Voraussetzung: Die Unterrichtsräume sind entsprechend eingerichtet. Welche Ausstattung fehlt in Offenau, fragten deshalb die Ratsmitglieder weiter Musikschule und Verwaltung.

Die Zahlen sollen bei der nächsten Sitzung des Offenauer Gemeinderats am 10. Mai präsentiert werden. Die Entscheidung über den Beitritt selbst ist für die Sitzung am 7. Juni geplant, damit am ersten Tag des neuen Schuljahrs alles weiter geht, wie bisher, wünscht sich Bürgermeister Michael Folk. Eine weitere Frage, die sich die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats stellen, ist der Umgang mit der örtlichen Jugendförderung im Allgemeinen. Ein Beitritt zur MUN ist aus Sicht der Verwaltung nur in Verbindung mit einer gleichzeitigen Anhebung der Jugendförderung für die Vereine machbar. Ansonsten entstünde eine einseitige finanzielle Unterstützung zugunsten der Kinder und Jugendlichen in der MUN. Auch darüber soll bei der kommenden Ratssitzung am 10. Mai beraten werden. (her)