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21.10.2015

Bauen, Beirat, Bauleitplanung

Kategorie: Aktuelles

Den Boden für die neue Mensaküche bereiteten die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats bei ihrer vergangenen Sitzung am 13. Oktober und vergaben die Aufträge für die Einrichtung. Den Boden tatsächlich bereitet derweil Bauhofmitarbeiter Kornelius Reimer. (Foto: Gemeinde Offenau)

Kurzbericht zur öffentlichen Gemeinderatssitzung am 13. Oktober

TOP 1
Ganztagsgrundschule
Hier: Vergabe von Einrichtungsgegenständen
a) Vergabe der Gastrokücheneinrichtung
b) Vergabe der Schulkücheneinrichtung

Stetig empor wächst hinter dem Multifunktionsgebäude die neue Mensa für die Offenauer Ganztagsgrundschule. Unter dem flachen Dach beherbergt der ehemalige Bäckereipavillon gleich zwei Kochstellen – eine für die Mittagsverpflegung und eine, die sowohl von der Schule für Kochkurse und Feiern als auch von den Offenauer Sportlern für die Bewirtung bei sportlichen Großereignissen in der benachbarten Turnhalle benutzt werden kann.

Weil aus hygienerechtlichen Gründen die Arbeits- und Essbereiche in dem Einraumgebäude getrennt sein müssen, hatten die Offenauer Ratsmitglieder bei ihrer vergangenen Sitzung bei der Einrichtung der neuen Mensa gleich zwei Vergabeentscheidungen zu fällen. Den Auftrag für die Gastroküche aus Edelstahl zur Ausgabe der Mittagessen für die Grundschülerschar bekam die Firma Heilemann aus Leonberg mit einem Volumen von 23.109,80 Euro, den Zuschlag für die Schulküche entlang der rückwärtigen Wand des Pavillons mit ihrer kindgerecht-niedrigen Arbeitshöhe von gerade einmal 70 Zentimetern erhielt die örtliche Schreinerei Falkenhain mit einem Volumen von 7.724,29 Euro.

Müssen die Mitglieder der Turngemeinde an den Herd, kann eine große Platte über die gesamte Länge der Schulküchenzeile heruntergeklappt werden. Das bringt die Arbeitsfläche auf eine normale Höhe. „So entstehen neue Synergien“, betonte Architekt Rainer Wolf von der für den Umbau zuständigen Planungs- und Bauleitungsgesellschaft Knecht aus Ludwigsburg.

Rund 34.000 Euro hatte das Fachbüro für den Um- und Ausbau des ehemaligen Bäckereipavillons zur Mensa in seiner Kalkulation angesetzt. Mit einem Vergabevolumen von insgesamt knapp 30.000 Euro sind die tatsächlichen Kosten in diesem Rahmen geblieben.

 

TOP 2
Ganztagsbetreuung Grundschule
Genehmigung einer überplanmäßigen Ausgabe
Hier: Austausch der Heizkörper in diesem Bereich

Glatt statt kantig zeigen sich bald die Heizkörper in den Räumen der Ganztagsbetreuung an der Offenauer Grundschule im ersten Stock. Die Mitglieder des Gemeinderats gaben ihr Einverständnis zum Austausch der acht älteren Heizelemente, weil sich an derer scharfen Oberflächenstruktur bereits mehrere Kinder verletzt hatten. Die Kosten in Höhe von 7.796,64 Euro sind allerdings nicht im Haushalt der Gemeinde vorgesehen. Sie müssen im Rahmen einer sogenannten außerplanmäßigen Ausgabe finanziert werden.

Die Entscheidung wurde mehrheitlich getroffen, einige Ratsmitglieder äußerten Bedenken, dass die neu angeschafften Heizkörper sich nicht in ein späteres Sanierungskonzept für die ältere, gemeinsamen Heizanlage von Grundschule und Sporthalle einpassen und erneut ausgetauscht werden müssten.

 

TOP 3
Bauleitplanung der Gemeinde
Hier: Ergebnis der Vorstellung und Erörterung erster städtebaulicher Innenentwicklungskonzepte im Rahmen einer Infoveranstaltung für das Wohnquartier Garten, Salinenstraße, Holzstraße

Vorläufig in die Schublade wandern Überlegungen der Gemeinde, neue Bauplätze im Ortsinneren zu schaffen und dazu die großen Gartenflächen zu benutzen, die besonders in der sogenannten Siedlung zwischen der Gartenstraße und der Salinenstraße so typisch für den hinter den Häusern gelegenen Teil des Grundstücks sind. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Gemeinderats dafür aus, ein solches Konzept der Innenverdichtung zumindest vorläufig nicht weiter zu verfolgen. „Eine Gemeinde muss den Anwohnern zeigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten es im eigenen Viertel gibt“, begründete Bürgermeister Michael Folk die Initiative.

Im Februar 2014 hatte sich der Gemeinderat zum ersten Mal über das alternative Konzept zur Befriedigung der Nachfrage nach Wohnbauplätzen in der Neckargemeinde beraten. Bei einer Infoveranstaltung mit den Bewohnern des von den Überlegungen betroffenen Viertels im vergangenen November zeigte sich allerdings schnell, dass die Anlieger der Garten-, Salinen- und Holzstraße ihre Grundstücke in der bestehenden Form bewahren wollen. „Da gab’s eine klare Aussage der Anwohner, dass sie ihre Freisitze erhalten wollen“, berichtete Stadtplaner Andreas Wagner von der Planungsgruppe Kölz aus Ludwigsburg, die mit der Studie beauftragt war.

Bis zu 6,20 Meter könnten die Gebäude in der neuen, mittendrin gelegenen Häuserreihe werden, das gestatten bereits heute der Bebauungsplan aus dem Jahr 1970 und die Gartengröße. „Wir haben die Machbarkeit aufgezeigt, aber es muss nicht sein“, fasste Weber das Ergebnis der Untersuchung zusammen.

Für die Offenauer Ratsmitglieder kann ein solches, ein ganzes Viertel umfassendes Konzept zur Nachverdichtung nur in Zusammenarbeit mit Anwohnern entstehen. Sollte ein einzelner Bauherr in seinem hinteren Gartenbereich bauen wollen, kann er einen solchen Bauantrag allerdings heute schon stellen.

 

TOP 4
Bauvoranfrage

Passt ein Dreifamilienwohnhaus mit prominenter, aus der Fassade vorkragender Dachgaube und drei Vollgeschossen in die Gartenstraße? Ja, sagt der Bebauungsplan für das Gebiet aus dem Jahr 1970, wenn folgende Befreiungen erteilt werden: Überschreitungen bei Trauf- und Kniestockhöhe, bei Baulinie und Dachform.

Nein, sagten nach engagierter Diskussion die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats bei ihrer vergangenen Sitzung. Die Beurteilungen des Neubaus spaltete das Gremium in zwei Lager, zu massiv erschien einer Hälfte der Ratsmitglieder die Ansammlung der benötigten Befreiungen. Mit Stimmengleichheit erteilten sie der Bauvoranfrage eine hauchdünne Absage.

Der unter dem Grundstück liegende Bunker hingegen hatte allen Ratsmitgliedern Sorgen bereitet. Sie forderten ein Gutachten darüber, dass das Abtragen des massiven Betonrelikts aus der Nazizeit keine Schäden an den benachbarten, bereits bestehenden Häusern anrichtet.

Das Dreifamilienwohnhaus war den Ratsmitgliedern schon einmal in nichtöffentlicher Sitzung als grober Planentwurf begegnet. Die damals geäußerte Kritik hatte Architekt Senol Eren aus Mosbach in die Bauvoranfrage eingearbeitet und das Vorhaben sogar zweimal nachgebessert und die notwendigen Befreiungen Zentimeter um Zentimeter verringert, bei der Traufhöhe von 86 auf 59 Zentimeter, beim Kniestock von 1,35 auf 0,9 Meter.

Aus städtebaulicher Sicht besteht gegen das Dreifamilienhaus keine Einwendung. Zu diesem Urteil kam Stadtplaner Andreas Wagner von der Planungsgruppe Kölz aus Ludwigsburg, den die Gemeinde mit einem Gutachten beauftragt hatte. Lediglich die Baulinie werde um 0,50 Zentimeter überschritten. Doch weder das Urteil des Stadtplaners noch eine in der Gemeinderatssitzung vorgestellte Lösung für die von den Ratsmitgliedern ebenfalls kritisierten gefangenen Stellplätze vor einem Carport konnten die Offenauer Bürgervertreter mehrheitlich davon überzeugen, die Befreiungen zu erteilen.

 

TOP 5
Bebauungsplan Reiteläcker
Hier: Einrichtung und Besetzung eines Gestaltungsbeirats

Der Gestaltungsbeirat Gewerbegebiet Reiteläcker kann seine Arbeit aufnehmen. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats für alle Bewerber aus, die seit dem Sommer Interesse an der Arbeit in dem den Gemeinderat beratenden Gremium bekundet hatten.

Enttäuscht zeigten sich die Ratsmitglieder, dass sich nur wenige Anwohner der Straßen beworben hatte, die von einer Gewerbeansiedelung in den Reiteläckern bzw. von einem damit verbundenen, durch an- und abfahrende Lkw erzeugten erhöhten Verkehrsaufkommen betroffen sind. Auch die Verlängerung des Bewerbungszeitraums vom 18. auf den 30. September hatte daran nichts geändert. „Es kamen nicht mehr Anmeldungen zusammen“, berichtete Bürgermeister Michael Folk.

Allerdings kam es zu einigen Veränderungen. So rückte für die örtliche Landwirtschaft mit Horst Kremsler ein neuer Bewerber nach. Nicht im Gremium vertreten ist die Turngemeinde Offenau. Sie signalisierte Folk, dass sie ihre Interessen als unmittelbare Nachbarin der Reiteläcker mit der Sportanlage im Mühlweg durch engagierte TGO-Mitglieder im Gemeinderat gut vertreten sieht.

Die Liste mit den Namen aller Vertreter ergänzt die bereits seit Juli bekannten Richtlinien des Gestaltungsbeirats und ist dort als Anlage V nachzulesen. Eine erste Sitzung des Gestaltungsbeirats, dem auch Vertreter einiger Ingenieurbüros, wenngleich ohne Stimmrecht angehören, kündigte Bürgermeister Michael Folk für Dienstag, 10. November, um 18 Uhr, im Rathaus an.

 

Am Sitzungsabend verabschiedeten die Ratsmitglieder ferner die Belegungspläne für das Winterhalbjahr in Sporthalle und Kleinspielfeld sowie die Satzung über den alljährlichen verkaufsoffenen Sonntag anlässlich des Zuckerrübenmarkts. Die Verwaltung gab außerdem bekannt, dass das Landratsamt Heilbronn als Rechtsaufsichtsbehörde den ersten Nachtrag zum Offenauer Gemeindehaushalt für das laufende Jahr gebilligt hat. Ebenfalls auf der Tagesordnung: ein kurzer Abriss in Bildern über den Zustand der Offenauer Straßen und Wege sowie die Kenntnisnahme des neuen Schulwegplans, den die Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Eltern der Offenauer Grundschülerinnen und -schüler, den Lehrern und dem Gemeindevollzugsdienst erarbeitet hatte. (her)