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17.08.2015

Bagger frei im Gelbenstein II

Kategorie: Aktuelles

Offiziell freie Bahn haben die Bagger im „Gelbenstein II“ seit dem Spatenstich am 17. August. Die Vorarbeiten für das Mischgebiet mit 39 Plätzen dauerten beinahe genauso lange wie Spaten beim formalen Erschließungstermin im Einsatz sind: zehn Jahre. (Foto: Gemeinde Offenau)

Der Spatenstich heute Morgen beendet zehn Jahre Planungen und Verhandlungen mit Grundstückseigentümern

Die dreizehn Spaten, die an diesem Morgen in einer lange Reihe auf ihren Einsatz unter dem großen weißen Baugebietsschild warten, zeigen nicht nur die vielen Beteiligten aus Rathaus, Gemeinderat und Ingenieurbüros, aus Bauunternehmen und Städtebaufirma am neuen Offenauer Baugebiet Gelbenstein II. Sie stehen auch für die lange Vorgeschichte der Fläche am südwestlichen Ortsrand mit dem hübschen Blick auf die Bad Wimpfener Stadtsilhouette.

„Zehn Jahre haben wir für das Gebiet gebraucht“, berichtet Bürgermeister Michael Folk. Die lange Vorgeschichte, die nicht einfachen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, sind an diesem Montag aber vergessen. Das Mischgebiet mit den insgesamt 39 Bauplätzen fügt sich ein in die weitere Entwicklung der Neckargemeinde. Folk erinnert daran, dass die Erschließung von Gelbenstein II mit dem Bau des Hochwasserdamms zu tun hat. Die dafür benötigten Regenüberlaufbecken und Investitionen in die Kanalisation haben die Ausweisung eines weiteren Gebiets überhaupt erst möglich gemacht. „Wir haben hier für auch für Offenau Ost schon viele Investitionen in den Boden veranlasst“, sagt Folk mit Blick auf das benachbarte Areal Richtung Südzucker. „Wir gehen davon aus, dass wir uns hier Offenau Ost in Etappen weiter entwickeln.“

Jörg Tigges, Abteilungsleiter Städtebau und Prokurist bei der mit der Erschließung des 2,46 Hektar großen Gebiets Gelbenstein II beauftragten Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH aus Ludwigsburg hat ebenfalls in seinen Unterlagen geblättert. „Vor 15 Jahren waren integrierte Gesamtkonzepte noch keine Pflicht“, lobt er die Neckargemeinde für die vorausschauenden Planungen in ihrem Südwesten. Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist die Entwässerung über ein Mischkanalsystem. Dafür muss die Bahnstrecke Heilbronn-Mosbach im laufenden Betrieb mit einem 1,20 Meter breiten Kanal unterquert werden. Die Maßnahme, die im September beginnt, ist damit „eine eigene Baustelle“, sagt der Geschäftsführer der mit den Arbeiten beauftragten Hauck Baugesellschaft aus Waibstadt, Jürgen Ebert.

Bis zum 30. April 2016 verlegen seine Mitarbeiter insgesamt 850 Kanalmeter, 500 Meter Frischwasserleitung sowie Leerrohre für ein künftiges Glasfasernetz der Gemeinde. „Die Gemeinde Offenau investiert damit auch für die Zukunft“, betont der Geschäftsführer des mit den Planungen beauftragten Ingenieurbüros Willaredt aus Sinsheim, Simon Schuster. 7.000 Kubikmeter Erde werden zum fünf Meter hohen Lärmschutzwall entlang der Bahnlinie Heilbronn-Mosbach aufgetürmt, 3.000 Quadratmeter Asphalt und Pflastersteine ausgebreitet für die Zufahrt zu den insgesamt 39 Bauplätzen im neuen Mischgebiet Gelbenstein II.

Die Erschließungskosten in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro finanziert die Gemeinde vor. Ab Mai 2016 sollen die privaten Bauherren ihre Bagger bestellen können. Offenaus Kämmerer Holger Leister ist davor nicht bang. „Von 36 Bauplätzen gehören 24 der Gemeinde und sie sind alle fertig vermarktet.“ Die ruhige Ortsrandlage und die dank Fußwegen gute Anbindung an die Ortsmitte mit den Geschäften des täglichen Bedarfs scheint Gelbenstein II in Augen von Neubürgern zu einem attraktiven Stück Offenau zu machen. Die ein Jahrzehnt währende Vorbereitung ist längst Geschichte. „Gut Ding will Weile haben“, sagt deshalb Offenaus Kämmerer. (her)

Info: Entlang der Bahnlinie sind die Bagger und Planierraupen derzeit im Gelbenstein II unterwegs, ab Mitte September arbeiten sie sich an den oberen Rand des Gebiets vor. Ihren Weg ins Baugebiet finden die Baufahrzeuge über die Behelfsstraße, die gegenüber der Einmündung Friedhofstraße parallel zur Bahnstrecke führt. Die Arbeiten an deren Unterdükerung für die Entwässerung beginnen im September, bei laufendem Zugverkehr gräbt sich ein 1,20 Meter breite Rohrvorrichtung rund 4,5 Meter tief unter dem Gleisbett hindurch. (her)