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23.06.2016

Außen Container, innen Vliestapete

Kategorie: Aktuelles

Die Heizkörper im Offenauer Flüchtlingsheim sind schon montiert und auch die Tapetenrollen für die Zimmer liegen schon bereit. (Foto: Gemeinde Offenau)

Noch wohnt niemand in dem Heim, das der Landkreis Heilbronn derzeit im Offenauer Gewann Ziegelhütte für Asylsuchende errichte. In der aus weißen und grünen Containern errichten Unterkunft gehen Menschen derzeit dennoch ein und aus: der Innenausbau ist in vollem Gang, im Juli soll alles fertig sein. Ein Baustellenbesuch.

38 Meter hoch ragt der bananengelbe Kran an diesem Donnerstagmorgen in den wolkenlosen blauen Himmel über dem neuen grün-weißen Flüchtlingsheim im Offenauer Gewann Ziegelhütte. Sein 60 Meter langer Ausleger ist allerdings noch eingeklappt. Keine Pause hingegen haben zu seinen Füßen Vanessa Zürn und ihre Kollegen vom Vermessungsamt des Landratsamts Heilbronn. Trotz frühsommerlicher Hitze hat sie ihr Weg schon einmal rings um das 39 x 39 Meter messende Containerhaus geführt. „Das Gebäude wird in das Liegenschaftskataster eingetragen, damit es auch von Rettungsfahrzeugen gefunden werden kann“, erläutert die junge Frau. Per GPS sind jetzt noch die Ecken dran.

Über sauber verlegtes Pflaster und vorbei an Kabelresten, einer Spritze für Silikonfugen und einem Verlängerungskabel mit dicken roten Ende für Starkstromanschlüsse führt der Weg ins Innere des quadratisch um einen Hof angeordneten Gebäudes. Es riecht nach frisch gesägten Holz, nach feinem Staub, nach Baumarkt. Türen aus hellem Holz sperren sich in einen langen Gang auf. Die Zimmer dahinter sind das Reich des Malerteams Wagner aus dem nordrheinwestfälischen Birken-Honigsessen. Mit der Airless-Spritzpistole werden die Decken freundlich-hell getüncht und auch die weiße Vliestapete liegt schon bereit. Rund drei Wochen ist das Trio vor Ort in Offenau. „Spachteln, schleifen, tapezieren“, formuliert Meister Volker Britz das Aufgabenspektrum der Maler- und Trockenarbeiten, dann geht es hoch auf die Leiter: Die Tapeten in den insgesamt 51 Schlafzimmern entrollen sich nicht von allein.

Draußen vor der Eingangstür legt Alfred Vor derweil die elektrische Blechschere, mit der er letzte Hand an eines der Vordächer aus weißem Wellblech angelegt hat, beiseite. Der Geschäftsführer der Stahlbaufirma Strabau hat Nachricht bekommen, dass der Kran bereit ist. Drei Pakete mit Stützen und den Teilen der beiden Feuertreppen aus verzinktem Eisen müssen von der Landefläche des grünen Tiefladers über die Container hinweg in den Innenhof des Flüchtlingsheims gesetzt werden. Das macht Kranführer Thomas Wess vom Spezialisten Wiesbauer buchstäblich mit Fingerspitzengefühl. Per Joystick und Fernsteuerung schweben die über eine Tonne schweren Pakete scheinbar federleicht durch die heißen Sommerluft und landen sanft im Innenhof. " (her)