Sie sind hier: Rathaus » Aktuelles » Einzelansicht News
15.12.2015

Acht auf einen Streich

Kategorie: Aktuelles

Acht Pfähle, ein Tag - länger brauchen der spinnenartige Kran und die drei Arbeiter nicht, um die Grundsicherung für einen zukünftigen Neckarsteg in der Offenauer Uferpromenade zu versenken. (Foto: Gemeinde Offenau)

Pfähle aus feuerverzinktem Rohr schaffen die Voraussetzung für den Traum vom Neckarsteg

Klack-Klack-Klack – rhythmische Schläge hallen durch die friedliche Morgenatmosphäre am Offenauer Neckarufer. Die Phantasie erzeugt das Bild einer Hammerschmiede aus der Anfangszeit der Industrialisierung, die Augen sehen besser.

Mitten auf dem Pflasterweg steht ein türkisfarbener Kran des 21. Jahrhunderts, seine vier Stützen wie Spinnenbeine ausgefahren. Von seiner Spitze hängt langer silbrig glänzenden Pfahl, und auf dem oben drauf pufft ein zylinderisches Etwas graue Wölkchen in den blauen Offenauer Himmel. „Das ist die Ramme“, erläutert Alexander Vaque vom Team Orka Steganlagen aus Brandenburg. Ihr Vibration treibt die Säule aus feuerverzinktem Rohr unverrückbar in den weichen Ufergrund, denn dort soll er bleiben – als Befestigung für einen Neckarsteg.

Zwar ist das Naherholungsprojekt aktuell nur ein Wunschtraum, rund 130.000 Euro sind derzeit in der Gemeindekasse einfach nicht drin. Weil aber die Pflasterung der Johann-Michl-Promenade im Nachgang der Bauarbeiten für die neue Abwasserdruckleitung teilweise saniert werden muss, ist nun ein gute Gelegenheit, die Grundsicherung für den Traum von der 20 Meter langen und rund sieben Meter breiten Plattform zu legen.

Denn die drei Mitarbeiter der Baufirma sind mit schwerem Gerät unterwegs, deren Einsatz den Weg vielleicht hier und da beschädigt hätten. Zum Kran mit Kettengliedern kommen ein Druckluftgerät sowie acht jeweils sechs Meter lange Rohre. Die werden halbkreisförmig oberhalb der kleinen Bucht bei St. Alban versenkt, deren Böschung das Wasserschifffahrtsamt im vergangenen Sommer mit schweren Flussbausteinen sichern und sanieren ließ.

Rund fünf Meter tief passen die Pfähle ins Offenauer Neckarufer. „Vielleicht war da mal eine alte Mole?“ vermutet Orka-Mitarbeiter Roy Seeger. Die Pfähle müssen deshalb zuvor mit dem Schneidbrenner auf eine passende Länge gebracht werden. Und auch nachdem sie der Kran in der Erde versenkt hat, müssen die drei Arbeiter zupacken. Mit dem Schweißgerät wird ein Deckel auf das Rohr gesetzt, „wegen des scharfen Randes“, sagt Seeger. Anschließend kommt Erde oben drauf. Und die bleibt dort so lange liegen, bis der Neckarsteg irgendwann vielleicht doch einmal gebaut werden kann. (her)

aktualisiert 18.12.2015: Das Zahlenteufelchen hatte zugeschlagen; 130.000 Euro würde die Umsetzung des Naherholungsprojekts Neckarsteg kosten.