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31.01.2014

Abwasser soll in Zukunft nach Neckarsulm fließen

Kategorie: Aktuelles

Weil ein Gutachten bewiesen hat, dass eine Modernisierung der gemeindeeigenen Kläranlage nicht wirtschaftlich ist, dreht sich beim Offenauer Abwasser jetzt alles um die Frage, wie hoch die Fördergelder des Landes Baden-Württemberg für den geplanten Anschluss an die Gemeinschaftskläranlage in Neckarsulm sein werden. (Foto: Gemeinde Offenau)

Die Zukunft des Offenauer Abwasser liegt aller Voraussicht nach in Neckarsulm: Bei ihrer Sitzung am 21. Januar äußerten die Mitglieder des Gemeinderats einstimmig die Absicht, dass die Gemeinde dem Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal beitritt, wenn 2016 die aktuelle Betriebserlaubnis für die gemeindeigene Kläranlage ausläuft. Ein Struktugutachten mit dynamischer Investitionsvergleichsrechnung hatte ergeben, dass der Anschluss an eine Gemeinschaftskläranlage die wirtschaftlichere Lösung ist.

TOP 1
Abwasserbeseitigung
a) Vorstellung der Ergebnisse des Strukturgutachtens
b) Vorstellung des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal
c) Absichtserklärung zum Beitritt zum Abwasserzweckverband
d) Beauftragung des Ingenieurbüros Willaredt mit der Genehmigungsplanung (LPH 1-4)

Bis 2016 gilt die Betriebserlaubnis für die Offenauer Kläranlage. Und dann? Ein Strukturgutachten gab bei der vorletzten Sitzung des Gemeinderats die Antwort: eine Modernisierung ist zu teuer, der Anschluss an einen Abwasserzweckverband die wirtschaftlichere Lösung.

Die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats bekräftigten deshalb einstimmig ihre Absicht, dass das Abwasser der Gemeinde in Zukunft in die Gemeinschaftskläranlage des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal (AZV) nach Neckarsulm fließen soll. Bürgermeister Michael Folk begrüßte die Absichtserklärung des Gremiums: „Für eine kleine Gemeinde ist die interkommunale Zusammenarbeit in diesem Bereich das einzig richtige.“
Auf rund drei Millionen Euro bezifferte Fachingenieur Karsten Schmidt vom Ingenieurbüro Willaredt aus Sinsheim die Kosten für eine Modernisierung und Erweiterung der gemeindeeigenen Kläranlage aus dem Jahr 1963, plus Betriebskosten von rund 214.000 Euro pro Jahr. „Derzeit haben wir 190.000 Euro.“

Und was würde der Anschluss Offenaus an eine Gemeinschaftskläranlage kosten? Weil ein Anschluss an Gundelsheim technisch nicht möglich ist, bleibt nur noch der südliche Nachbar Neckarsulm. Das ist auch deshalb praktisch, weil mit Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen und Untereisesheim alle geographisch dazwischen liegenden Kommune bereits AZV-Mitglieder sind.
Kostenpunkte für diese Option? Schmidt rechnete vor: 2,1 Millionen Euro für den Anschluss an das bestehende AZV-Netz im Bad Friedrichshaller Teilort Jagstfeld, wenn die über drei Kilometer lange neue Druckleitung durchs Neckarvorland führt, ferner müsste die Gemeinde jedes Jahr rund 165.000 Euro als Betriebsumlage an den AZV bezahlen.

Und was sagen die Neckarsulmer dazu? Der kaufmännische Geschäftsführer des AZV, Werner Bareis konnte am Sitzungsabend berichten, dass die Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands sein Okay zu einem möglichen Beitritt Offenaus schon längst gegeben, und auch den Preis festgelegt hat. Grundlage dafür ist die benötigte Anlagenkapazität. Mit anderen Worten: Wie viel Prozent der Gemeinschaftskläranlage sind später mit der Aufbereitung des Offenauer Abwassers beschäftigt? AZV-Geschäftsführer Bareis hat einen Anteil von 2,814 Prozent ermittelt. Abzüglich aller Sonderbauwerke wie Regenüberlaufbecken, die vom AZV zum Restbuchwert mitübernommen werden, müsste sich die Gemeinde mit rund 970.000 Euro am Abwasserzweckverband beteiligen.
Unter dem Strich kämen so für den Kanalausbau und den Beitritt Gesamtkosten von rund 3,1 Millionen zusammen. Diese müsste Offenau aber nicht allein stemmen: Weil die Gemeinde mit dem Gutachten bzw. mittels einer dynamischen Investitionsvergleichsrechnung bewiesen hat, dass der Anschluss an einen Abwasserzweckverband die wirtschaftlichere Lösung ist, kann sie auf Fördermittel des Landes Baden-Württemberg von bis zu 80 Prozent hoffen. „Im September müssen wir den Förderantrag stellen“, berichtete Kämmerer Holger Leister.

Das Kanalnetz im bebauten Ortsgebiet verbleibt allerdings auch nach einem Beitritt zum Abwasserzweckverband in der Zuständigkeit der Gemeinde Offenau. „Der Übernahmepunkt wäre am Regenüberlaufbecken“, informierte Thorsten Morhaus, der beim AZV als Gesamtbetriebsleiter zuständig ist für die Abteilungen Kläranlage und Kanalunterhaltung, die Ratsmitglieder auf Anfrage.
Das könnte frühestens am 1.1.2016 passieren. Bis dahin muss das Ingenieurbüro Willaredt die technischen Einzelheiten ausarbeiten, die Mitglieder des Offenauer Gemeinderats beauftragten das Sinsheimer Fachbüro am Sitzungsabend mit der Genehmigungsplanung. Und auch die Gemeinde hat noch eine Hausaufgabe zu erledigen: Sie muss sich um das viele Fremdwasser in ihren Abwasserkanälen kümmern. Dessen hoher Anteil von durchschnittlich 65 Prozent gefällt den zukünftigen Partnern in Neckarsulm gar nicht.

TOP 2
Verbesserung der Breitbandversorgung
Hier: Aktueller Sachstand und weiteres Vorgehen
Gut vernetzt will die Gemeinde in Zukunft aber nicht nur beim Abwasser sein. „Wenn die Druckleitung für den Anschluss an den Abwasserzweckverband Unteres Sulmtal gebaut wird, wollen wir in den Graben auch Leerrohre mithineinlegen“, kündigte Kämmerer Holger Leister bei der Gemeinderatssitzung an. Sollte ein Netzbetreiber später Glasfaserkabel in Offenau für eine schnelle Internetverbindung verlegen wollen, wäre alles bereit.
Eine bessere Breitbandversorgung steht schon lange auf dem Wunschzettel der Gemeinde. 2010 sah es auch schon einmal so aus, doch die dank einer Ausschreibung mit Fördermitteln des Landes gefundene Firma konnte ihre Versprechungen nicht halten; der Förderantrag musste zurückgezogen werden.

Auch dass ein anderer Netzbetreiber danach in die Bresche springen würde, war unwahrscheinlich. Zu hoch wären die Investitionskosten für einen Netzbetreiber, zu gering das wirtschaftliche Potzenzial: „52,7 Prozent aller Gebäude in Offenau verfügen über einen Internetanschluss mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 Mbit pro Sekunde, 16,65 Prozent kommen auf 2-6 Mbit“ zählte der Kämmerer auf.

Genau diese Wirtschaftlichkeitslücke beim Betrieb von Hochgeschwindigkeitsnetzen will seit Mai 2012 die neue Verwaltungsvorschrift zur Breitbandförderung in Baden-Württemberg schließen. Kämmerer Leister gab bekannt, dass die Gemeinde deshalb im Frühjahr 2015 eine neue, zweite Ausschreibung wagen wolle. Bis es soweit ist, könnte die Datenübertragung per Funk für ein schnelleres Internet in Offenau sorgen. Für das Jahr 2014 haben Vodafone und die Telekom die Einführung von LTE angekündigt.

 

TOP 3
Annahme von Spenden nach § 78 Abs. 4. GemO
Eine Gemeinde darf bei der Erfüllung ihrer vielfältigen Aufgaben auch auf Spenden, Schenkungen und ähnliche Zuwendungen zurückgreifen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Gemeinderat seine Zustimmung zur Annahme der besagten Spenden gegeben hat. Die Einzelheiten dürfen die Gemeinde selbst regeln. In Offenau werden die Gremiumsmitglieder deshalb über Einzelspenden im Wert von weniger als 100 Euro lediglich informiert; so auch bei der Gemeinderatssitzung am 21. Januar. Spenden über 100 Euro waren im Erhebungszeitraum nicht eingegangen.

 

TOP 4
Bebauungsplan von Nachbargemeinden
Hier: Bebauungsplanverfahren der Stadt Bad Friedrichshall „Bahnhof Jagstfeld-West
Keine Einwendungen erhoben die Gemeinderäte gegen das Vorhaben der Stadt Bad Friedrichshall, auf bislang brachliegenden Grundstücken am westlichen Rand des Bahnhofsareals Gewerbe anzusiedeln.

 

TOP 5
Bekanntgaben der Verwaltung
Der Gemarkungsputz 2014 findet am Samstag, 22. März statt. Das gab die zuständige Fachbereichsleiterin Sonja Schumm bekannt. (her)