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Alles ausser Bürgermeister

Werden Rathausmitarbeiterin Christel Schmidt (2.v.l.) in ihrer Mitte vermissen: Bürgermeister Michael Folk und Kämmerer und Personalamtsleiter Holger Leister (rechts), zu dessen Fachbereich Schmidt gehörte. Dankeschön im Namen des Gemeinderats für 20 Jahre Verwaltungstätigkeit im Rathaus Offenau sagten Gisela Plagmann und 3. Stellvertretende Bürgermeister Jürgen Kowol (Foto: Gemeinde Offenau)

Nach über 40 Jahren im öffentlichen Dienst und
49 Berufsjahren insgesamt verabschiedete das Rathausteam seine Kollegin Christel Schmidt in den wohlverdienten Ruhestand

Ob Personalamt oder Friedhofsamt, die Personalverwaltung, das Bürgerbüro oder die Telefonzentrale – in ihren 20 Jahren im Rathaus Offenau gingen über den Schreibtisch von Christel Schmidt Aufgaben aus so gut wie jedem Bereich der Kommunalverwaltung. Mit anderen Worten: „Frau Schmidt, Sie haben alles gemacht“, scherzte Bürgermeister Michael Folk bei der Feierstunde am 13. November im Rathaus Offenau am vergangenen Donnerstag, „außer vielleicht Bürgermeister.“

Im kleinen Kreis der Kolleginnen und Kollegen aus Rathaus und Bauhof sowie unterstützt von Vertretern aus dem Gemeinderat verabschiedete Folk seine mit 40 Berufsjahren in der öffentlichen Verwaltung dienstälteste und in der Laudatio liebevoll „Allzweckwaffe“ genannte Mitarbeiterin Christel Schmidt in den Ruhestand bzw. n den wohlverdienten Urlaub. Offiziell Rentnerin ist Schmidt trotz ihrer stattlichen 49 Berufsjahre insgesamt nämlich erst ab dem 1. Januar 2015.

Verwaist bleibt der Schreibtisch von Christel Schmidt im Rathauszimmer 105 im ersten Obergeschoss bis dahin aber nicht: Seit dem 1. November arbeiten dort bereits Larisa Iadarola und Corinna Bott. Sie teilen sich die alte Stelle von Christel Schmidt, Larisa Iadarola kümmert sich um die Personalverwaltung, Corinna Bott ist zuständig für die Bausachen und das Friedhofswesen.

Mehr über die Verabschiedung von Christel Schmidt lesen Sie demnächst hier auf der Homepage der Gemeinde.

Zwei Jubilare in Gemeindediensten

Von wegen Ruhestand: Oskar Harsch (links) und Dieter van Gameren (rechts) packen auf dem Recyclinghof und dem Häckselplatz auch mit ihren 60 bzw. 70 Jahren noch gern mit an. Bürgermeister Michael Folk freut sich über seine motivierten Mitarbeiter. (Foto: Gemeinde Offenau)

Dieter van Gameren und Oskar Harsch feierten im September jeweils einen runden Geburtstag

Sie sind dann im Einsatz, wenn der Rest der Rathausmannschaft Feierabend hat: Als Mitarbeiter auf dem Recyclinghof der Gemeinde Offenau hat Oskar Harsch freitags und samstags die Container auf dem Gelände des Bauhofs im Talweg fest im Blick. Dieter van Gameren achtet samstagmorgens auf dem Häckselplatz in den Wehräckern darauf, dass sich unter den angelieferten Wagenladungen voller Grüngutabfälle kein Hausmüll versteckt.

Zur kleinen Feierstunde anlässlich ihrer runden Geburtstage Anfang September lud Bürgermeister Michael Folk die beiden aber natürlich zur Öffnungszeit ins Rathaus. Über Kaffee und Butterbrezel streifte die Unterhaltung so manches Thema, denn schließlich können beide Geburtstagskinder auch schon längst ihr ganz persönliches Jubiläum mit der Gemeinde Offenau begehen.

„Ich fühl‘ mich gar nicht wie 70, “ meint Dieter van Gameren. Der Jubilar mit dem sportlichen Bürstenhaarschnitt schmunzelt, dass seine Augen funkeln. Nur wenn man die Kinder und die Enkelkinder an-schaue, dann merke man: „Du bist ja schon ein richtig alter Knabe.“

Seit fünf Jahren schaut der gebürtige Sachse auf dem gemeinsam von der Gemeinde Offenau und der Stadt Bad Impfen betriebenen Häckselplatz in den Wehräckern nach dem rechten und den Besuchern auf den grünen Daumen. Anfangs sei der Ruhestand ja ganz schön gewesen, erzählt der mehrfache Großvater, nach seinen prall gefüllten Arbeitstagen als Abschnittsleiter im Großtagebau. „Aber dann kam so ein schwarzes Loch“.

Der Umzug zur Tochter nach Offenau half erstmal auch nicht dabei, es zu füllen. Das gelang erst der Stellenanzeige im Amtsblatt, mit der die Gemeinde damals einen Mitarbeiter für ihren Häckselplatz gesucht hatte. Leicht waren die Anfänge auf dem eingezäunten Gelände hinter dem Betonwerk dennoch nicht. Dafür in jeder Hinsicht kommunikativ. Welche Art von abgeschnittenem Grünzeug darf angeliefert werden? Wohin soll der Rasenschnitt? Und warum ist der Container dafür schon wieder voll? Van Gameren erinnert sich: „Am Anfang gab’s so Krakeeler, aber da muss man ruhig bleiben.“ Sein Rezept: „Man muss auf die Leute zugehen.“

Von Anfang im Recyclinghof Offenau mit dabei ist Oskar Harsch. Der 60-Jährige kennt noch den ersten Standort im Talweg, über den sich heute das Werksgelände der Firma KWO erstreckt.

Das ist jetzt 14 Jahre her, und Harsch kann sich noch gut daran erinnern wie das damals war, mit der Trennung der Joghurtbecher und Weichspüler Flaschen in die Plastiksorten PP und PS.

Das ist heute zwar vorbei, jetzt gibt es nur noch die Wertstoffbezeichnung Kunststoff. Trotzdem stehen auf dem Offenauer Recyclinghof auf dem Gelände des Gemeindebauhofs  noch ein Dutzend weitere Container, die von Pappe über „Altmetall ohne Dosen“ bis Styropor alles fassen. Freilich nur bis zu einer Größe von DIN A 4. „Ich sage deshalb immer: Nehmen Sie ein Blatt Papier“, erzählt Harsch von seinem Rat an unsichere Besucher.

Nervig sei es, wenn man erklärt habe, in welchen Container ein Wertstoff gehöre, „und dann sieht man, wie die Leute am anderen Ende des Hofs die Sachen einwerfen.“

Aber natürlich gibt es auch schöne Momente. Wann? „Wenn man sich gut unterhalten kann“, sagt Harsch und ein Lächeln huscht über das Gesicht des eher stillen Jubilars.

Das findet auch Dieter van Gameren. Für die beiden Gemeindemitarbeiter gehören dazu Diskussionen über Sport und Politik, besonders mit den Stammkunden. Die kommen nicht nur aus Offenau, sondern auch aus den umliegenden Orten, obwohl es dort durchaus eigene Häckselplätze und Recyclinghöfe gibt.

Für die zwei Jubilare Dieter van Gameren und Oskar Harsch ist das sicherlich eines der schönsten Geburtstagsgeschenke. (her)