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Hochwasserschutz

Hochwasserschutz

Hochwasservorhersagezentrale für Baden-Württemberg

Weitere Informationen über den Neckarwasserstand und den Pegel Offenau finden Sie unter dem u. a. Link.

HVZ Baden-Württemberg

Pegel Offenau

Pegellatte

Auszug aus dem Alarm- und Einsatzplan mit Zuordnung zu den jeweiligen Pegelständen

Hochwasseralarm- und Einsatzplan

Die Alarmierung der Einsatzleitung erfolgt durch die Feuerwehrleitstelle der Stadt Heilbronn beim erreichen des HMO-Meldewasserstandes von 3,40 m beim Pegel Gundelsheim (entspricht 2,64 m am Pegel Offenau). Weitere Meldepegel sind: Lauffen, Plochingen, Untergriesheim, Dörzbach, Stein und Kocherstetten.

Der Alarm- und Einsatzplan Hochwasser der Gemeinde Offenau soll im Gefahrenfall eine systematische und effektive Gefahrenabwehr zum Schutz von Menschen und Sachwerten sowie der Umwelt sicherstellen. Er soll durch Auflistung der erforderlichen Maßnahmen in logischer Reihenfolge systematische und schnelle Funktionsabläufe ermöglichen und durch eine klare und straffe Führungsorganisation und Koordination die Zusammenarbeit aller Aufgabenträger und Hilfskräfte gewährleisten.

Nachfolgend steht Ihnen der Alarm- und Einsatzplan der Gemeinde Offenau als pdf-Datei zum Download bereit.

Hochwassergefahrenkarten Offenau

Die Hochwassergefahrenkarte für Offenau können Sie sich in der hier bereitgestellten PDF-Datei anschauen und auch ausdrucken. Weiter besteht die Möglichkeit, sich die "interaktive Karte" bis zu einem Maßstab von 1:5.000 auf der Internetseite des Umweltministeriums anzuschauen.

interaktive Gefahrenkarte

Webcam

Hochwasserschutz Offenau - Zusammenfassung nach Fertigstellung

Veranlassung
Die vergangenen Hochwasserereignisse des Neckars aus den Jahren 1993, 1994, 1995 und 1997 haben den unzureichenden Hochwasserschutz der Ortslage Offenau aufgezeigt. Beim höchsten Hochwasser im Dezember 1993 entstand ein Schaden von 15 Mio. DM im bebauten Ortsgebiet.
Daraufhin wurde von der Gemeinde Offenau im Jahr 1996 als Vorplanung die Entwicklung eines wirkungsvollen Hochwasserschutzkonzepts für die gesamte Ortslage in Auftrag gegeben.
Im Rahmen der zweiten Projektphase „Entwurfs- und Genehmigungsplanung" wurden die endgültigen Teile der Planungsaufgabe zur Lösung der Hochwasserschutzmaßnahme erarbeitet. Die Planung der Maßnahme wurde hierbei in drei Teile gegliedert:
Teil 1: Hochwasserschutzeinrichtung - Eindeichung
Teil 2: Anpassung Binnenentwässerung, Maßnahmen für das bebaute Ortsgebiet - Hochwasserpumpwerke
Teil 3: Anpassung Binnenentwässerung, Maßnahmen für die Hinterlandgebiete.
Hochwasserschutzeinrichtung
Als Bemessungswasserstand für die Planung wurde das Neckarhochwasser vom Dezember 1993 festgelegt. Damit wird ein statistischer Schutzgrad mit einer Wiederholungszeitspanne von ca. 100 Jahren erzielt. Zusätzlich ist ein Freibord von 50 cm berücksichtigt, so dass unter Inanspruchnahme des Freibordes ein Schutzgrad von ca. 200 Jahren erreicht wird.
Für den Hochwasserschutz ist eine Schutzeinrichtung von ca. 2,1 km Länge entlang des Neckars am westlichen Siedlungsrand von Offenau errichtet worden. Die maximale Deichhöhe beträgt 3,5 m. Über längere Bereiche genügt jedoch eine Bauhöhe um 2 Meter. Die Deichkrone hat eine Regelbreite von 3 m. Damit ist die Krone im Hochwasserfall zur Deichverteidigung befahrbar. Lediglich im Abschnitt zwischen dem PW Laichengraben und der Kläranlage beträgt die Deichkrone nur 1,0 bis 1,5 m. Für die Wahl der Böschungsneigung war der Gesichtspunkt der Standsicherheit entscheidend. Hieraus resultierte die Regelneigung von 1 : 2 auf der Wasser- und Luftseite. Zur Querung des Deiches und als Zugang zur Deichkrone sind Rampen und Treppenanlagen gebaut worden.
Im Ortsbereich ist das feste Deichbauwerk durch mobile Hochwasserschutzwände wie:
• Hochwasserschutztor Fußweg Laichengraben
• Mobile Wand Kirchplatz
• Hochwasserschutztor Neckarstraße
• Hochwasserschutztor Holzstraße
und Stützwände wie
• Geotextilwand zwischen dem Pumpwerk Laichengraben und dem Kirchplatz
ersetzt.
Eine im Talsperrenbau generell übliche, kostenträchtige Abdichtung des Untergrunds ist beim Deichbau in Offenau nicht angewandt worden. Lediglich im Bereich der mobilen Hochwasserschutzwände wurde der Untergrund zum Abbau des hydraulischen Gradienten mit Stahlspundwänden abgedichtet.
Südlich der ehemaligen Schneidmühle war der Salinenkanal durch eine Altablagerung mit Hausmüll dammförmig aufgeschüttet. Diese wurde komplett entfernt.
Nördlich der ehemaligen Schneidmühle verlief der ehemalige Salinenkanal in einem unter-irdisch gemauerten Stollen (Hufeisenprofil) im Neckarvorland. Über eine Länge von ca. 360 m lag die Deichtrasse über dem im Untergrund verlaufenden Stollen. Beim Bau wurde das Gewölbe aufgebrochen, die seitlichen Mauern im Untergrund belassen und der Kanalkörper mit Deichschüttmaterial aufgefüllt und lagenweise verdichtet. Die verbliebenen Stollenteile am Anfang und am Ende der Ausbaustrecke wurden mit Beton verplombt.
Ver- und Entsorgungsleitungen sind in einem Deichkörper und im Deichuntergrund Fremdkörper und stellen eine Schwachstelle für die Abdichtung dar. Daher wurden bei allen durch den Deichuntergrund geführten Leitungen die Rohrauflager in geeigneter Weise abgedichtet, um Sickerwege entlang der Leitungen zu vermieden.
Die Auswirkungen der Hochwasserschutzmaßnahme wurden durch eine Wasserspiegellagenberechnung im Bereich der gesamten Neckarstauhaltung Gundelsheim überprüft. Die Untersuchung wurde durch die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) Karlsruhe bis April 1997 durchgeführt. Hierbei wurden neben der Maßnahme in Offenau auch die Maßnahmen in Bad Friedrichshall-Kochendorf, Bad Wimpfen im Tal und Bad Rappenau-Heinsheim untersucht. Die Ergebnisse der Simulationsberechnungen zeigen, dass die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen keine Auswirkungen auf die Höchstwasserstände haben werden bzw. im Bereich der Messgenauigkeit und der Rechengenauigkeit liegen.

Auf Wunsch der Gemeinde Offenau wurde im Rahmen der Genehmigungsplanung die Linienführung des Hochwasserschutzdeiches in zwei Abschnitten wie folgt optimiert:
• Im Ortskernbereich zwischen Kirche und Neckarstraße wurde die Deichachse um ca. 10 m in Richtung Uferstraße verschoben, damit die Zerschneidung der privaten Gartengrundstücke gemildert wird.
• Im Bereich südlich der Holzstraße wurde die Deichachse um ca. 5 m in Richtung Neckar verschoben, damit binnenseitig keine Privatgrundstücke beansprucht werden.
Durch eine ergänzende Stellungnahme der BAW Karlsruhe wurde nachgewiesen, dass die optimierte Linienführung des Hochwasserschutzdeiches keine signifikante Einengung des durchströmten Querschnitts bewirkt und somit keine nachweisbare Vergrößerung der in dem BAW-Gutachten ausgewiesenen Wasserspiegeldifferenzen (max. 4 cm) oberhalb der Baumaßnahme zu erwarten ist.

Anpassung Binnenentwässerung
Die Kanalisation von Offenau war vor den Baumaßnahmen auf ein maximales Neckarhochwasser von HW1 = 144,2 mNN ausgelegt.
Im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahme wurde die Binnenentwässerung für den Hochwasserfall (Neckarwasserstand BHW = HWDez 93 = 147,4 bis 148,3 mNN) den veränderten Druckverhältnissen angepasst.
Die Anpassungsmaßnahmen waren in die
• Maßnahmen für das bebaute Ortsgebiet - Bau von vier Pumpwerken zur Förderung der Wasserentlastungsmengen der Mischkanalisation in den Neckar und die
• Maßnahmen für die Hinterlandgebiete - Umbau der separaten Hinterlandkanäle in Druckdolen
untergliedert.

Anpassungsmaßnahmen für das bebaute Ortsgebiet
Zur Aufrechterhaltung der Binnenentwässerung im Hochwasserfall wurden bei den Regenentlastungsbauwerken insgesamt vier Hochwasserpumpwerke mit einem Gesamtförderstrom von Q = 5,9 m3/s zu errichtet:
• Pumpwerk „Jagstfelder Straße" beim RÜ I
• Pumpwerk „Holzstraße" beim RÜB II
• Pumpwerk „Laichengraben" beim RÜB IV
• Pumpwerk „Kläranlage" beim RÜB V
Bei der Lösung der Binnenentwässerung mit vier Pumpwerken konnte der bestehende Gesamtkanalisationsentwurf weitestgehend beibehalten werden. Im Rahmen des Energie versorgungskonzeptes wurde die Energieversorgung für zwei antriebs- und versorgungstechnisch unterschiedliche Varianten aufgezeigt und verglichen:
• Variante 1: Elektrisch betriebene Pumpen
• Variante 2: Dieselbetriebene Pumpen
Als Antriebsverfahren wurde die „Variante 1: Elektrisch betriebene Pumpen" gewählt. Hierfür sprachen folgende Punkte:
• Die Variante 1 erfüllt alle technischen Anforderungen hinsichtlich der Betriebssicherheit der Antriebe sowie in Bezug auf die Versorgungssicherheit.
• Die Investitionskosten sind weitaus günstiger.
• Die Betriebskosten sind - sofern der Bemessungsfall (HW100) nur einmal auftritt, wesentlich günstiger.

Anpassungsmaßnahmen für die Hinterlandgebiete
Die höher gelegenen Hinterlandgebiete (östlich des bebauten Ortsgebietes) liegen über dem Bemessungswasserspiegel des Neckars (BHW = HWDez 93). Zur Aufrechterhaltung der Hinterlandentwässerung wurden daher die separaten Regenwasserkanäle als Druckdolen umgebaut.
Zur Anpassung an die geänderten Druckverhältnisse in den Kanälen waren im Einzelnen folgende Maßnahmen erforderlich:
Hinterland „Gelbenstein": separate Ableitung in einem offenen Graben außerhalb der Hochwasserschutzeinrichtung

Hinterland „Gässlesweg": Umbau von 3 Kanalhaltungen, Nachrüstung von 7 Schachtbauwerken mit drucksicheren Schachtabdeckungen
Hinterland „Kelterwiesen": Umbau von 3 Kanalhaltungen Nachrüstung von 9 Schachtbauwerken mit drucksicheren Schachtabdeckungen
Hinterland „Eichwaldäcker": Nachrüstung eines Schachtbauwerkes mit einer drucksicheren Schachtabdeckung

Bauausführung
Für die Bauausführung der Hochwasserschutzmaßnahme und Berücksichtigung des Gesamtkanalisationsentwurfs von 1993 ergab sich aus den technischen Randbedingungen folgende Ausbaureihenfolge:
1. Ausbau der Regenentlastungsbauwerke (RÜB II, RÜB IV - Umsetzung des Gesamtkanalisationsentwurfs von 1993)
2. Bau der Pumpwerke und Anpassung der Regenwasserkanalisation für die Hinterlandgebiete
3. Bau der Hochwasserschutzeinrichtung (Eindeichung)
Die Bauzeit betrug insgesamt 4 Jahre.